VIDEO RELOADED

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Dein Podcast über Videokommunikation 4.0

Transkript

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Florian Gypser: So, heute gibt's mal eine besondere Folge. Ich freue mich natürlich auf jeden meiner Gäste, aber heute ganz besonders, mein heutiger Gast ist ein alter Freund, also bezogen auf die Zeit, wir uns kennen. Wegbegleiter, Geschäftspartner, ja, auf vielen Ebenen kennen wir uns und sind wir schon seit langer Zeit miteinander verbundelt. Und er bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Musikpädagogik. kreativer Produktion und digitaler Kommunikation, denn er verbindet klassisches musikalisches Handwerk mit zeitgemäßen Online-Formaten und denkt Lernen konsequent vom Menschen aus, ob im Instrumentalunterricht, in der Arbeit mit Kindern oder in eigenen Medienprojekten. Denn Jens Henning Gläsker ist nicht nur begeisterter und leidenschaftlicher Musiker und Unternehmer, sondern auch seit vielen, vielen Jahren im Bereich der Fort-Weiterbildung und des Unterrichts tätig. Grüß dich, Jens Henning. Schön, dass du heute bei mir bist. So formell, Hallo, Herr Gläser. Eben noch dummes Zeug geredet und jetzt so formell. Genau, und ich stelle dir natürlich wie allen meinen Gästen erst mal meine drei Einstiegsfragen. Wo ich sehr gespannt bin, wie du sie beantwortest. Und danach habe ich jetzt keine genaue Fragestruktur, ich einfach mit dir über ...

Jens-Henning Gläsker: Hallo Florian. Ja, toll, ich freue mich. Hallo Herr Gipser. Angenehm, ja. Ja, das können wir, ja.

Florian Gypser: über vergangene Zeiten plaudern möchte, ein bisschen Einblick geben, was wir alles schon an echt lustigen Sachen zusammen gemacht haben. Auch ein bisschen, was das Thema Video für dich bedeutet. Ach ja, wir können vier Stunden reden, dann mach ich mir keine Sorgen.

Jens-Henning Gläsker: wir schauen mal ich habe bis ich habe zeit

Florian Gypser: Ja, und dann machen wir jetzt eine Dreifach-Podcast-Folge. Ja, dann lass uns mal anfangen. Meine philosophische Einstiegsfrage. Eines Tages ist unser Leben ja nun mal zu Ende, dann können wir nichts ändern, zumindest das Irrtische. Und wenn du an diesen Tag zurückblicken würdest auf den heutigen Tag, welche eine Fähigkeit möchtest du unbedingt noch lernen, die du jetzt nicht beherrschst oder nicht gut genug beherrschst, du sagst, ja, am Ende meines Lebens, da werd ich glücklich sein, dass ich das noch gelernt hab, das war mir extrem wichtig.

Jens-Henning Gläsker: das ist interessant. Was ich gerne noch lernen möchte, ist eine gewisse Resilienz. Ich habe aus dem Beruf heraus natürlich eine Grundresilienz, aber manche Sachen regen mich über Gebühr auf. Es gibt ja diese schöne Weisheit. Ändere das, was du ändern kannst, ignoriere das, was du nicht ändern kannst und was. Und hab die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden. Und diese Weisheit, die hätte ich gern.

Florian Gypser: Coole Antwort. Wobei ich kenne kaum jemanden, der so entspannt ist und immer so gut gelaunt ist wie du. daher überrascht mich die Antwort gerade.

Jens-Henning Gläsker: Naja, gut, vielleicht ist es einfach so, dass das eben so ist, dass du oder dass wir gut miteinander arbeiten könnten einfach. aber ganz im Ernst, bin in der Regel bin ich bin ich sehr sehr selten ärgerlich oder wütend und

Florian Gypser: oder so.

Jens-Henning Gläsker: In manchen Fällen ist das völlig unangebracht. Aber das ist eher in meinem privaten Bereich als im geschäftlichen. Geschäftlich werde ich nicht wütend.

Florian Gypser: Okay. Naja. Aber du, darf man. Man muss ja nicht immer kontenant fahren. kann ja auch manchmal, wenn es einfach nicht mehr geht, dann irgendwie muss man ja auch mal Dampf ablassen.

Jens-Henning Gläsker: Aber Wut ist dann glaube ich das Falsche. das ist, ich glaube, ja, aber wie auch immer, dafür habe ich ja Schlagzeuge. Ja genau, kommt auch gleich raus.

Florian Gypser: Zum Beispiel oder Holz hacken oder so Sachen. Genau. Frage Nummer zwei, da glaube ich, da kenne ich vielleicht schon sogar die Antwort. Wenn du gute Fehlkämpfe sagen würdest, hey Jens Henning, das ist ja völlig wurscht, was du dir wünschst, Geld und Zeit spielen keine Rolle. Wie würdest du deinen Arbeitsplatz gestalten, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Also das, was du tust, aber auch gleichzeitig, wo du es tust. An welchem Ort konkret und an welchem Land.

Jens-Henning Gläsker: Ja, glaube, dass du da schon wirklich wüsstest, was es ist, aber ich sag's auch gerne. Also mein Lieblingsplatz zum ganz entspannt sein ist am Wasser in den Niederlanden. Und da könnte ich mir das schon vorstellen, da einen Arbeitsplatz mir einzurichten. Hab ich auch eigentlich schon. Weil für Bürosachen oder eben auch manche Podcastsachen setze ich mich durchaus auch da in Holland hin und mit Blick aufs Wasser und bin dann schon sehr zufrieden und glücklich, dass das so sein kann. Andererseits habe ich es eben hier bei mir auch so. Also im Grunde meine Arbeitsräume sind schon so eingerichtet, dass ich mich da selber am wohlsten drin fühle oder dass ich mich so wohlfühlen kann, dass sich andere auch dort wohlfühlen. Und dann ist es ja gut.

Florian Gypser: Genau, das dachte ich mir schon. Und gewisserweise haben wir schon das Privileg als Selbstständige, die auch aus der kreativen Szene kommen, mit etwas anderen Vorzeichen an Arbeit ranzugehen. Das ist nicht langfristig sinnvoll, also haben wir eben auch darüber gesprochen. Wir haben beide viele Jahre in der Musikbranche gearbeitet und sind nicht ohne Grund da nicht mehr so aktiv. Aber wir haben das ja nicht gemacht, Geld deswegen, weil das kann man definitiv da nicht verdienen, sondern weil es eine Herzenssache war und Spaß gemacht hat.

Jens-Henning Gläsker: Haha

Florian Gypser: Und ich glaube, der Grundmotivation raus haben wir beide schon geguckt, das da, wo wir arbeiten und wie wir arbeiten, uns halt erfüllt und nicht einfach nur Geld bringt.

Jens-Henning Gläsker: Ich glaube, das kommt aber auch daher, weil wir jahrelang, zum Beispiel auch wenn wir Auftritte selber gespielt haben, uns auf Kegelbahnen umgezogen haben oder eben früh morgens abgebaut haben bei Regen oder Niesewetter oder sonst was. Und dadurch wissen wir es noch mehr zu schützen. Wie schön denn eigentlich das ist, wenn man wirklich wohltuende Arbeitsumgebung hat.

Florian Gypser: Genau, definitiv. Kann ich nur nachvollziehen. Dann, last but not least, letzte Frage. Welcher bekannten Person, wärst du gerne begegnet, oder würdest du gerne begegnen, und worüber hättet ihr gesprochen, oder würdet ihr sprechen?

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Ich hätte wahnsinnig gerne einmal John Lennon kennengelernt. ist so für mich der... Also neben Paul McCartney natürlich, die sind ja konnt genial gewesen. Aber John Lennon wäre für mich so ein Fall gewesen, weil ich glaube, der war nicht ganz bequem. Aber durchaus sehr reflektiert in dem, was er da tat. Und da hätte ich mich gerne mal für einen Abend mit zwei Glas Wein drüber...

Florian Gypser: Hm?

Jens-Henning Gläsker: auseinandergesetzt und hätte das wirklich gerne mal so kennen ihn so kennengelernt und dann mal geschaut wo kommt diese kreativität her wie wie ist ein arbeitsprozess und so was ich meine da gibt es natürlich jede menge dokus drüber aber das dann noch mal so aus der eigenen perspektive zu sehen und dann mit seinen eigenen worten auch zu hören wie er arbeitet vielleicht dann ohne dass es ins albernet zieht was er bei vielen interviews gemacht hat da hat er dann eher gealbert über seine Arbeitsweise, hätte ich es oder hätte mich das wahnsinnig interessiert, was der so für ein Typ gewesen ist.

Florian Gypser: Für mich wäre die absolute Voraussetzung, dass Yoko Ono nicht dabei ist. Ich finde sie ganz furchtbar.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, okay, das ist ja. ja, hast du recht, hätte ich dazu sagen müssen. ja.

Florian Gypser: Ganz schlimm. Ich kenn sie nicht persönlich und will nicht sagen, dass sie ein schlechter Mensch ist. Aber ich habe Interviews mit ihr gesehen von damals, auch in letzten Jahrzehnten. Es gibt halt Menschen ... Da würde ich nicht unfreundlich sein und sonst was, aber sie ist jemand, wo ich sagen würde, komm, es alles gut, mach, aber lass uns ... Nee. Also, das wird niemals irgendwie ... Ganz ...

Jens-Henning Gläsker: KÖH!

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Jens-Henning Gläsker: Ja, hab dieses eine Video gesehen, wo sie bei irgendeinem Konzert, glaub ich, irgendeine Schreiarie da gemacht hat und das dann... Ach, war das im Studio? okay. Okay, okay, ja. Ja, und dann hat sie da krach gemacht. Und hat richtig Lärm gemacht und keiner weiß warum. Ja, das war... Da dachte ich auch so, hm... Also ist dann... Das ist... Ja, okay, aber...

Florian Gypser: Nee, im Studio. Abbey Rhodes war das. war ... Ja, in einem Doku-Film, Get Back, wo sie sich hingesetzt hat, obwohl sie nicht rein durfte. Die haben alle gesagt ... hat sie angefangen, mittendrin zu schreien. Genau. Also, ich Ich hatte immer das Gefühl, die wollte Aufmerksamkeit.

Jens-Henning Gläsker: Naja, wir kannten sie nicht, ne?

Florian Gypser: Nee, ja gut, man weiß ja nicht was. Aber wie gesagt, von dem, ich mitbekommen hab, würde ich nicht sagen, sie sind ein schlechter Mensch oder so, sondern ... Lass uns ... wir brauchen nicht. Nee, alles gut. Aber witzig ... Also gut, dass du einen Musiker hast, ist ja nicht von der Hand zu weisen, klar. Ich hab selber über diese Frage langsinniert. Politiker interessieren mich nicht, Schauspieler interessieren mich nicht. Unternehmer ... Ja, ich find deutsche Familienunternehmer spannend. Ich hab jetzt Leute kennengelernt.

Jens-Henning Gläsker: Das ist schon... Ja.

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Florian Gypser: die über Jahre existierende Familienunternehmen immer noch weiterführen. Bin gespannt. Ich lerne jetzt den Inhaber eines großen deutschen Familienunternehmens mit mehreren Tausend Mitarbeitern kennen. Bin gespannt, wie der drauf ist. Find ich schon spannend, aber ja.

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ist nicht das erste, was mir in Kopf gekommen ist. Liegt aber eben auch daran, dass mein reguläres Arbeitsumfeld ja eher im B2C-Bereich ist. Und dann eben nicht B2B. Und deswegen ist das für mich auch eine Welt, die auf den zweiten Blick wahrscheinlich mir in Kopf käme.

Florian Gypser: Ich finde es interessant mit solchen Leuten zu sprechen, über Erfolge und so, aber es inspiriert mich nur sekundär. Deshalb habe ich lange darüber nachgedacht. Ich habe jahrelang gedacht, weil das so der Hero meiner Jugend war, Slash. Dann habe ich bei Interviews mit ihm gesehen, dachte mir, der ist ein Megagitarist, so als Mensch ... Der ist ziemlich introvertiert und ist jetzt nicht so irgendwie... Der fährt seine Schiene, ist da geil, super, sonst ist da nicht für mich viel Interessantes. Dann fand ich halt verschiedene Musikproduzenten interessant, aber da dachte ich mir, Nee, auch nicht. Und dann letzten Endes...

Jens-Henning Gläsker: Wahrscheinlich ist das diese Sache mit diesem Never Meet Your Hero. möglicherweise, ja. Aber wer ist es denn nun? Komm, hast ja irgendwen, den hast du ja jetzt rausgefunden.

Florian Gypser: Ja auch, ja.

Florian Gypser: Genau, und das nächste war dann ... Oh Gott, jetzt hab ich den Namen noch gar nicht mehr am Schirm. Der Gitarrist von Mike McCready von Pearl Jam, weil ich Riesen-Pearljam-Fan auch bin. Hab ich auch überlegt, über den weiß ich aber gar nichts, hab mich auch nie interessiert dafür. Weil auch der ... Pearl Jam ist cool, ich fand aber die ersten drei Alben mit absteigender Reihenfolge das Erste was Bestes, Zweite dann, Dritte war schon so ... Danach war's alles zu Larifari.

Jens-Henning Gläsker: Ja, das weiß ich, ja.

Florian Gypser: Es ist auch nicht so, ich sagen würde, wow, weil die Vielfalt bei ihm fehlt. Ich hab festgestellt, weil ich hab mir zu Weihnachten die Biografie von ihm gewünscht, letzten Jahres und gelesen. Und allein der Titel, The Gospel According to Luke, ähm, dachte ich, ja, mutig. Ja, mein absoluter Hero ist Steve Lukather.

Jens-Henning Gläsker: Ach guck, ja, okay.

Florian Gypser: Ja. Also, was heißt Hero? Ich vergötter ihn nicht, ich hab die Biografie gelesen. Und ich saß da echt auf dem Sofa, ganz klein, voller Ehrfurcht, und dachte, ich hab viele Interviews von ihm gesehen. Und er erzählt natürlich über Michael Jackson und so die ganzen großen Sachen, da wird auch wieder nachgefragt und Toto. Aber das, was er wirklich gemacht hat, das ist noch mal 95 Prozent. Also, der erzählt über fünf Prozent in Interviews. Es ist

Jens-Henning Gläsker: Ja, aber ich verstehe schon.

Jens-Henning Gläsker: Hm?

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, ja, ja.

Florian Gypser: Unfassbar, was der Mann gemacht hat. Und er prollt damit nicht groß rum. Also er ist ein kleiner, kleiner Napoleon vom Typ. Also, ich bin geil. Aber immer mit einem gewissen Humor. Und er hat trotzdem eine gewisse Bescheidenheit. Der wohnt seit 40 Jahren im gleichen Haus und so. Das finde ich alles sehr cool. Und er spielt auch auf kleinen Produktionen von Musikern, die er cool findet. Also, der ist nicht abgehoben. Ich hab ihn auf der Musikmesse ...

Jens-Henning Gläsker: Ja. Ja.

Florian Gypser: 96, 97 mal zufällig, also nicht getroffen, dass wir gesprochen haben, sondern der lief außerhalb auf dem Gelände an mir vorbei, völlig unscheinbar, also auf dem Boden geblieben.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, Aber wo du das gerade sagst, da hätte ich doch noch einen und der lebt sogar noch. Und das ist nämlich Lilens Klar, der Bassist von eben auch Toto auf Tour und eben von Phil Collins und Genesis und sowas alles. ja. Also das ist auch und den habe ich tatsächlich mal getroffen und mit ihm so ein Foto hier gemacht. Er ist ja so ein Spezialist für den Mittelfinger.

Florian Gypser: Ja klar! Viel Grollens!

Florian Gypser: Ja, Stinkfinger.

Jens-Henning Gläsker: hat da ein ganzes Buch mit rausgebracht, er mit sehr vielen Leuten und sehr prominenten Leuten dann eben auch mit dieser Pose dann für ein Foto da bereit steht. den habe ich mal auf einem Musikmeister getroffen. Das ist ein super angenehmer Mensch und mit dem würde ich mich auch gerne mal länger unterhalten. Weil der natürlich auch der kennt alle, der kennt alles. Der hat von klein auf, also wirklich nach dem College, hat er angefangen im Studio zu arbeiten und arbeitet ja nach wie vor im Studio. und macht das mit einer Souveränität und mit einer Menschenliebe. Genau, genau, genau. Also wirklich. Der sagt auch, ich bin kein guter Bassist, aber ich spiele das dann so, wie die Leute das hören wollen. Und das ist perfekt.

Florian Gypser: Bescheidenheit auch.

Florian Gypser: Ja, und das ist toll. Bei Steve Lukather hat mich einfach fasziniert. Ich hab mit ... jetzt komm ich auf den Namen. Wie heißt der Amerikaner mit dem erfolgreichsten Musikproduktionskanal in USA? YouTube. kennst ihn auch. Rick Beato. Da gibt's ewig lange Interviews mit Steve Lukather. Und wie er dann so die Entstehung der Songs erzählt und dann wie er die Sachen entwickelt hat.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ich war... Ja.

Florian Gypser: Und wir reden davon, er kommt morgens ins Studio und dann heißt es, ja, wir nehmen einen Song für Michael Jackson auf, hier hast du so grob die Akkorde. Damals noch mit Toto, haben ja das, ich Bad war das Album, was sie zum Großteil eingespielt haben als Schlagzeugbassgitarre, Keyboards. Und Beated hat ja die ganzen Gitarren aus am Solo gemacht, hat den Bass auch eingespielt. Und auch diese kleinen Riffs, das waren seine Ideen. Und er sagte, na ja, du kommst da rein und im Normalfall hast du einen Liedschiet, wo Akkorde draufstehen.

Jens-Henning Gläsker: Mmh.

Jens-Henning Gläsker: Ja, meine ich

Florian Gypser: Es gibt einen Basic Track mit einem Klick besser, dann heißt es, jetzt mal los. Dann haben wir zwei Stunden Zeit, den Song fertig zu machen. Er sagt, das ist keine Genialität, das ist einfach, wir haben als Teenager angefangen zu spielen. Wir haben Tausende von Konzerten gespielt, bis wir da waren. ist echtes Können. Das ist das, was Jetzt klingt's wieder nach der Alte, redet über alte Zeiten, aber das ist nachweislich sehr stark verloren gegangen durch die heutige Art der Musikbranche und Produktion.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja, genau.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: Heute wird zusammengeklickt, kopiert, von vorne bis hinten alles geschummelt, gerade geschoben.

Jens-Henning Gläsker: Ich habe neulich ein ganz interessantes YouTube-Video gesehen, wo ein sehr junger Musikproduzent mal analog einen Song aufgenommen hat. Und der hat sich da sehr schwer mitgetan. wenn ich überlege, die ersten Alben, die wir damals aufgenommen haben, waren dann auch so, dass wir wirklich analog die Sachen aufgenommen haben auf einer 8-Spur Bandmaschine. Genau. Das war dann wirklich ein Tonband.

Florian Gypser: Bandmaschine für die, es nicht kennen?

Jens-Henning Gläsker: wo dann so große Spulen drauf kamen und dann hatte man genau acht Spuren zur Verfügung. Und wenn man zwei Bandgeräte hatte, konnte man das dann eben wieder immer runtermischen und so. Das war aber schon ein bisschen aufwendiger. Und das war alles, das lief ja alles in Echtzeit, auch das runtermischen. Und wenn man dann sich bei einem Teil verspielt hatte, also wir haben dann meist als Band direkt komplett aufgenommen und dann Schlagzeug zwei Spuren, wenn sich der Schlagzeuger verspielt hatte, musste man nochmal neu anfangen. Wenn der Schlagzeuger okay war, Dann konnte es meist so bleiben. Und wenn dann irgendwas anderes noch mal gemacht werden musste, konnte man irgendwo wieder einsteigen. Aber das war schon alles nicht so, also nicht so komfortabel wie heute. Du nimmst irgendwas zehnmal hintereinander auf und suchst dir dann aus, welches davon der beste Take war. Das gab es damals nicht. deswegen also auch das. Aber das ist ja auch genau der Charme. Wenn ich mir Filme angucke, Mary Poppins, erste, allein dadurch, dass der so Wie soll man sagen? So liebevoll und so unperfekt war, wie er jetzt eben ist. Ist der so liebenswürdig. Ist so ein toller Film. Und Mary Poppins 2, der ist einfach richtig schön glatt poliert, wie man das quasi jetzt erwarten würde. Also wenn man, wenn man einen neuen Film macht. Und da fehlt mir total dieses Unperfekte. Deswegen, ich finde ihn nett zum Beispiel, aber ich finde ihn nicht toll. Weil den ersten fand ich toll. Das war richtig so. haben, da haben alle mit Herzblut dran gearbeitet. siehst du in jeder Einstellung. Genau. Und bei dem anderen, da weißt du eben, okay, der hatte ein Produktionsbudget, der hatte eine Produktionszeit, der musste dann und dann fertig werden. Und jetzt machen wir es so, jetzt machen wir es so. Und das ist nicht gut genug, dann machen wir Special Effects und dann ja. Das ist dann so schade. Und das ist in der Musik genauso. Wenn du dir heute Sachen aus den 50er, 60er Jahren anhörst, ist es ja so, du hörst, dass da Leute manchmal völlig Grütze spielen.

Florian Gypser: Das ist Charakter,

Jens-Henning Gläsker: bei den Aufnahmen, aber die Aufnahmen sind Kult. das ist eben so, das war damals so. hast dann da, du hörst genauso, wie die das auch gespielt haben und heutzutage hörst du was, was noch, also was überhaupt keiner gespielt hat. Du brauchst sie auch gar nicht mehr. Du brauchst ja gar keinen. Im Grunde, also ich bin auch tatsächlich großer Fan von manchen KI-Songs. Also das ist...

Florian Gypser: Ja genau, das ist jetzt das nächste. Also bei jetzt...

Florian Gypser: Mmh. Net.

Jens-Henning Gläsker: Toll, weil das ist für mich genau Mainstream. So ist super hervorragende Gebrauchsmusik.

Florian Gypser: Genau, und das ist nett, ist die kleine Schwester vom A-Log, wie es so schön heißt, zumindest bei uns. Und das ist Problem bei vieler Musik heutzutage. Sie hat keine Ecken und Kanten, sie ist nett. Oder völlig übertrieben, also wenn ich mir teilweise amerikanische Hip-Hop-Produktionen anhöre, wo alles sehr auf ... überladen und schräg läuft, also Rhythmen gegeneinander laufen, es ist teilweise ... Du kommst nicht in den Flow im Sinne von, dass du ein Gefühl kommst, sondern es ist überladen und ... Also ganz komisch, zwanghaft. Ecken und Kanten eingebaut, aber dieses... Ja, also ich bin ja ein großer Fan.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ist dann im Grunde schon wieder dieser Wunsch von dem, dass man wieder zurück zu diesen Oldschool Produktionen kommt. Also das fing ja im Grunde... Nee, überhaupt nicht. Weil in dem Moment, du kalkuliert auf Oldschool setzt sozusagen und das aber nicht Oldschool produzierst, sondern genau nach Schema F ausproduzierst, ist es schon wieder nicht mehr Oldschool. Ja, ja, bitter.

Florian Gypser: Aber ist es ja nicht.

Florian Gypser: Ja. Du kannst den Gain ein bisschen zurückziehen noch mal. Eben hat es bisschen gezerrt.

Jens-Henning Gläsker: Dann nehme ich den ein bisschen zurück. Jetzt habe ich ihn ein bisschen zurückgezogen.

Florian Gypser: Ja, super. Gut, perfekt. Schneide ich da. Ja, spannend. Können wir stundenlang drüber echt sprechen? Ich hab auch wieder festgestellt, Lesen des Buches habe ich super viel Musik mir angehört, wo er mitgespielt hat. Und das Krasse war ja damals auch, die kannten sich ja alle. Also wirklich alle. Also alles, was Rang und Namen hatten, Ende 70er bis Anfang 90er. Und zwar quer durch ... Mainstream-Pop, was damals noch anderes Qualitätsniveau hatte, auch wenn man das heute gern belächelt, aber man muss bedenken, die mussten ja damals spielen. Macht das mal. Ich hab das früher in meinen Workshops gemacht, so Cool and the Gang oder Earth, Fire, so Riesenarrangements. Erstens arrangiert das mal, und zweitens spielt das mal, dass das so klingt. Das wird gerne von Jüngeren ... Weil sie es nicht kennen als Digital Natives. Aber das Faszinierendste war, wenn er so erzählt, er wirklich ... Steve Lukather hat wirklich mit

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: allen gespielt, die Rangennamen hatten. Von Jazz, was nicht sein Ding ist, aber trotzdem viele Jazzgitaristen, über Blues, ganz viel Pop, Rock, Mainstream, unfassbar viele Chartes. Ich glaub, am Ende des Buchs sind circa 30 Seiten, wenn nicht noch mehr, nur Credits. Kleingeschrieben, Schriftgröße zehn, wo er mitgespielt hat. ist unfassbar. Das fasziniert mich halt mehr als irgendein Star oder sonst was. Ähm

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Weil das ist jemand, eine große Vielfalt in seinem Tun hatte und mich persönlich auch sehr beeinflusst hat, muss ich echt sagen. Weil viele von den Sachen, die er gespielt hat, bewundere ich. Nicht, weil sie jedem gefallen müssen, sondern ich bewundere die handwerkliche Arbeit hinter, es geschrieben, wie es arrangiert und wie es produziert wurde. Muss ja nicht jedem gefallen, aber wie gesagt, das handwerkliche Können, ich halt, ich in der Szene ja lang genug war, großartig.

Jens-Henning Gläsker: Naja, und man muss dann vielleicht auch nochmal sagen für die, die dich eben von der musikalischen Seite her nicht so kennen, dass du ja Gitarrist bist und dann auch Bass spielst und deswegen auch quasi aus der Richtung sozusagen kommst. Das heißt, da kannst du auch schon, ja, da kannst du schon gut mitreden. ja, ja.

Florian Gypser: kleine Vorbelastung. Ja, das stimmt, das auch noch. Ja, natürlich rede ich ja grundsätzlich in meinem Podcast über Video und du hast ja auch ein bisschen Erfahrung mit Video, gerade Videounterrichten, ähnliches. Das würde ich nur ganz gerne noch bisschen hinten anschieben, denn was ich ganz witzig finde, wo ich darüber nachgedacht habe, soll ich mal einen Podcast mit ihm aufnehmen? Ich habe Mensch, wir können so viele lustige Geschichten erzählen, muss ja nicht heute alles immer nur über Videokommunikation gehen.

Jens-Henning Gläsker: Ja, jetzt bin ich gespannt.

Florian Gypser: Wir haben eben noch mal geguckt, wann wir uns kennengelernt haben. Das war im Juli 2015. Ich dachte, das wäre noch früher gewesen. Also knapp elf Jahre jetzt. Ja, das liegt aber bei unserem Alter.

Jens-Henning Gläsker: Also es fühlt sich deutlich länger an, ja. Ja, ist da, je älter man wird, so schneller verfliegt die Zeit.

Florian Gypser: Genau. Das war damals noch an der, heute heißt sie TH-OWL, damals noch OWL. Nee, HS-OWL. Hochschule Ostfelsfallen, Lippe in Lemgo.

Jens-Henning Gläsker: Ja, Fachhochschule aus Westfalen, Lippe. Genau. Ja, genau.

Florian Gypser: Genau. Da hatte ich einen Lehrauftrag seit 2009, ich. Ja, 9 war das, 9 oder 10. Und 2015 hatten wir eine Woche, Projektwoche, da war das Thema mit den Studentinnen und Studenten Bandrecording. vorher andere Sachen gemacht. Und da kam der Prof damals, der Frank. Lieber Grüße an Frank, falls du diesen Podcast mal hören solltest. Genau. Nochmal.

Jens-Henning Gläsker: Frank.

Jens-Henning Gläsker: Fertig.

Florian Gypser: Der kam auf mich zu und sagte, du, ich hab hier, ich weiß gar nicht mehr wie, ich hab da ne Band gefunden, die sind ganz witzig, die machen ganz schräge Mucke. Die würde ich gerne einladen, dass wir eine Woche lang mit denen Songs produzieren und du den Studentinnen und Studenten da mal zeigst, wie man Mikrofone aufstellt, editiert und mischt. Das war der Anfang. Kannst dich noch erinnern.

Jens-Henning Gläsker: Ja, das waren Zeiten. Und wie, und wie, und wie. Da haben wir wirklich schön viel zusammen aufgenommen. Das war richtig gut, hat Spaß gemacht. Was man vielleicht dazu sagen muss, ist, dass wir damals da Kindermusik aufgenommen haben, es eben quasi auch, wie soll man sagen, für alle Genre fremd zu machen. Und das war ja ein guter Ansatz, weil dadurch der Praxis-Teil sozusagen da für die Studierenden richtig was gebracht hat, ohne dass die jetzt sagen müssen, solche Art Musik mag ich nicht, weil das war einfach für die quasi außen raus. Das hat super Spaß gemacht, was wir da alles gemacht haben. War auch toll zu sehen, wie du da die wirklich auf ein richtig schön hohes Niveau geholt hast. gehoben hast, das war richtig gut, ganz im Ernst, glaube da hätte man auch anders nicht mehr rausholen können, als du das da gemacht hast.

Florian Gypser: Dazu muss man sagen, war nicht Kindermusik nach dem Motto, di, wir haben uns alle lieb, sondern es war schon rockpop-ig. Also richtig Bandmuck, aber für Kinder halt gemacht. Kann ich mir gut dran erinnern, sehr witzig. Danach haben wir, ich weiß gar nicht, was wir als nächstes gemacht haben, du hast bei uns damals in der Trainingsfirma, wo wir Musik, Audioproduktion, später auch bisschen Videoproduktion unterrichtet oder Fortbildung angeboten, hast du einige Workshops zum Thema Drumprogramming gemacht und Arrangement, Songwriting, Songproduktion.

Jens-Henning Gläsker: Es war schon rockig. Jaja. Jaja, genau. Ja.

Jens-Henning Gläsker: Genau, Song Production, genau. Wir waren auch in Thorsingen zusammen. Was war denn da? War auch irgendwie Song Production oder irgendwie sowas oder Recording oder ja, ich weiß gar nicht mehr. Ja, genau.

Florian Gypser: War wir nicht auch ein Tossing mal zusammen? Ich kann mich nie mehr erinnern.

Florian Gypser: Ja, ich glaube, Recording, irgendwas. Das war Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen. Da hab ich, boah, 15 Jahre oder so einen Lehrauftrag gehabt oder Fachdozentenstelle, wie es so hieß. Das war immer ganz lustig. Ein Wochenende da mit Übernachtung und dann gibt's ihm Lucy. 12, 14 Stunden am Tag. Spaß gehabt.

Jens-Henning Gläsker: Ja, sonntags morgens war schwierig, ja, machbar. Natürlich. Natürlich, natürlich, natürlich. ja, ja. Mit Frank arbeite ich übrigens immer noch zusammen. Also wir machen auch hier jetzt an der an der Technischen Hochschule, so heißt sie jetzt mittlerweile und sitzt jetzt mit dem Fachbereich Medienproduktion. Die sitzen jetzt in Detmold und da habe ich letztes Jahr mit denen auch ein Workshop gemacht zu Musiktheorie.

Florian Gypser: Gab's auch manchmal Ausfälle. Das war lustig. Und dann haben wir relativ ...

Florian Gypser: Mhm. Das hab ich nur mitbekommen.

Jens-Henning Gläsker: dass eben die Studierenden an Musiktheorie rangeführt werden und im Studio wissen, wenn sie Aufnahmen machen, wie sie mit Musikern sprechen. Also dass man da eben eine gemeinsame Kommunikationsbasis hat? Ja, nee. dass die eben wissen, wenn der Musiker sagt, ich mach da eine Formate und dass die dann nicht völlig unwissend sind, sondern schon wissen, was das ist.

Florian Gypser: Hm, was ist das denn?

Jens-Henning Gläsker: Ja und dieses Jahr jetzt in dem kommenden Semester ist dran ein Workshop auch zum Thema Song Production. Da machen wir... Jo. Läuft viel über Arrangement und Chord Progressions und Rhythmus und sowas und dann quasi ein Praxis Workshop. Wird auch cool.

Florian Gypser: Mh!

Florian Gypser: Ja, sehr schön. Ich fand's auch immer cool. hab ja, ich glaub, 22, das letzte Mal einen Lehrauftrag gemacht. Danach sind sie ja umgezogen, hat sich ein bisschen verlaufen, aber ist nicht mehr mein Thema. Das war ja Audioproduktion, Schwerpunkt. Filmton war sehr viel, Filmtonmischung, Recording on location, Sprachaufnahme, wär noch eher was, was ich heute auch noch abmahnen hab. Ja, aber ich komm ja gar nicht mehr dazu. Das ist ja so fragmentiert. hatte immer Glück, früher gab's ja eine ganze Woche am Stück.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: Und irgendwann war das dann fragmittiert auf vier Monate und ich weiß noch, das war dann irgendwann der absolute Horror für beide Seiten, Termine zu finden.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ist für dich auch schwierig von den Strecken her. Für mich ist das ja einfach hier. Da fahre ich sieben Minuten und dann bin ich an der Hochschule. Also insofern.

Florian Gypser: Ja, das ist bisschen anders. Ja, witzig. Ja, trotzdem weiß ich auch noch. Und dann kamen relativ schnell auch schon die witzigsten Sachen von all dem, unsere gemeinsamen Projekte für eine Plattenfirma, für ZüX Music. Da habe ich ja, boah, ich glaube, auch zwölf Jahre produziert. Zwölf Jahre habe ich für ZüX als Festerhausen Hofproduzent unzählige Alben produziert. Selten künstlerisch und meistens war es

Jens-Henning Gläsker: ja.

Florian Gypser: Aber das Spannende dabei, fand ich, waren konkrete, klare Aufträge mit entsprechend klaren Budgets auch. Nicht gerade die Welt, aber zum Überleben hat's gereicht, muss man sagen. Das war die sogenannte Gebrauchsmusik. Das haben wir ja echt bis zum Umfallen gemacht. Also, keine Ahnung. Wir brauchen dieses Jahr zwei neue Weihnachtscd's, suchen uns 40 Songs aus, daraus suchen wir uns 20 aus, machen so zwei CDs draus. Das Schärfste, was ich hatte, war einmal das Thema Mittelaltermusik.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: Ich kann es dir auch noch dran erinnern, das haben wir nicht zusammen gemacht, da habe ich sicherlich offen erzählt.

Jens-Henning Gläsker: Ich weiß das noch, dass du davon erzählt hattest, hattest du bei euch aus der Nachbarschaft eine Band, die solche Sachen machten? Ja, genau. Also nicht so weit weg.

Florian Gypser: Aus Euskirchen. Genau. Also die kamen nicht ... Genau, der Bandleader saß da oben in Euskirchen. Witzigerweise zwei Häuser weiter, war ein ehemaliges Turnstudio, was ein paar Jahre vorher pleiteging. Die hatten Klassikaufnahmen gemacht. Den Raum gab's noch. Wir haben das als Ferienhaus vermietet, weil es auch eine alte Scheune ausgebaut war. Und deshalb haben wir dann da in dem Studioraum das aufgenommen. Da war auch die Ansage von der Frau Mikulski, der Geschäftsführerin von ZüX. Die sagt, ich brauche irgendwie einen Kokbund zum Katalog. Alle zwei Wochen hatte ich Mittwochs abends 18 Uhr, war unsere Telefonierzeit. Dann rufen sie ab 18 Uhr an, bis ich Zeit habe. Teilweise habe ich bis 20 Uhr alle halbe Stunde angerufen. Ja, ja, so war das. Dann hat sie erst mal anderthalb Stunden erzählt, wie oft ich die Geschichte gehört habe, wie sie Eiffel 65 und Blue leider ihr durch die Lappen gegangen ist, weil sie den USA mit ihrem Handy keinen Empfang hatte. Die hatte schon einen Vorvertrag, aber war nicht erreichbar.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Also, er Storys erzählt, Wahnsinn, war echt spannend. Und dann kam so jemand und sagte, hier gibt's einen Katalog, wir haben keine Mittelaltermusik. Wie jetzt Mittelaltermusik? Ja, so mittelalterliche Sachen. So Band, die mittelalterliche Musik spielt, wir wollen ja einen Katalog alles haben. Suchen Sie eine Band, machen Sie eine Produktion. Und der Deal war, Produktionskosten hat die Plattenfirma bezahlt, die Band bekam 1000 CDs und die Produktion damit auch. Und dann haben wir, weiß noch, wie blöd gesucht und die dann zufällig gefunden.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Florian Gypser: Das war echt schräg, so mit nachgebauten mittelalterlichen Instrumenten. Also schräg positiv, das war mega spannend. Und wir beide? Außergewöhnlich schräg, Genauso haben wir auch drei, glaube ich, drei CDs mit Allgäuer Stubenmusik gemacht. Das war auch witzig, also wirklich teilweise auch in der Stube aufgenommen, weiß ich noch, in einem Wohnzimmer einer Familie. Und was haben wir denn zusammen gemacht? Ich erinnere mich an

Jens-Henning Gläsker: Ja, aber außergewöhnlich meinst du. Nicht wirklich schräg, sondern außergewöhnlich, ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Wir haben zum Beispiel gemacht, als die NASA damals die Weltraum Sounds freigegeben hat. Da gab es eine Veröffentlichung, dass Aufnahmen aus dem Weltraum freigeschaltet wurden von der NASA und wurden Public Domain. Und da haben wir irgendwie Space Sounds oder sowas hieß das auch gemacht. Das war so eine Produktion von mehr oder weniger so New Wave Sachen irgendwie, so Chill-Out Musik genau, wo wir dann

Florian Gypser: Genau!

Florian Gypser: Chill out. Ja.

Jens-Henning Gläsker: quasi diese NASA Sounds in Songs eingebaut haben. Das war ganz cool. Dann haben wir einen Native Instruments, Native Americans, ja so heißt das, Entschuldigung. Damals hieß es Chilling in a Tippy oder so was, hieß die CD. Also muss man auch sagen, haben die Titel ja nicht ausgesucht. Wir haben die Musik beigebracht.

Florian Gypser: Planetenschwingungen, weiß ich noch.

Florian Gypser: Amerikan

Florian Gypser: Furchtbar, Titel da, ist... Chilling in the Teepee, ich heiße wirklich so. Nee, das war ja so, das hieß einfach ... Genau, wir haben hier irgendwie eine Library von Indianergesängen. Hatte sie irgendwie erworben. Ich hatte eine Samples-CD, wo auch Also, royalty-free, also lizenzfreie Indianergesänge und Drum-Samples drauf waren. Da sagte sie, ja, machen sie uns so eine Chill-out-Mucke. Es gab da schon von anderen Anbietern Sachen. Sie guckte auch immer, wo gibt's was, wie sie in die Verkaufszahlen ...

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: Machen sie uns eine CD mit zwölf Titeln, wir im Prinzip, genauso wie bei dieser Space Chill-Out-Mucke mussten wir wirklich Songs schreiben, produzieren. Basierend damals dann halt auf den Indianer-Samples. Dann haben wir uns aufgeteilt, du hast vier, fünf Titel gemacht und ich hab vier, fünf gemacht.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Genau. Ja, genau, genau. So war das. Und dann hatten wir noch meine Lieblingsproduktion eigentlich damals, nämlich die Stimmungslieder, die Karnevalslieder. Wir haben für eine Doppel-CD von Karnevalsliedern Cover von ganz berühmten Karnevalsstücken gemacht. ja, ja, ja, alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. So was. Oder was hatten wir noch? Polonese, Blankenese.

Florian Gypser: Das war der Knaller.

Florian Gypser: Und Stimmungslieder und so. Trinklieder. Wenn ich einmal traurig bin. Wenn ich einmal traurig bin, Heinz Erhard, dann trinke ich einen Korn.

Jens-Henning Gläsker: Wenn ich einmal traurig bin, ganz genau. Ja, großartige Sachen. wirklich, also ich hab jetzt mal wirklich, ich mag fast alle Arten von Musik, wenn sie denn gut gemacht sind. Und ich bin ein großer Fan von Schlagern oder sonst was der 60er, 70er Jahre, wo eben richtig Komponisten am Werk waren, die richtig was

Florian Gypser: Handwerk hinterlassen.

Jens-Henning Gläsker: Neues geschaffen haben oder eben richtig was auf dem Kasten hatten oder toll arrangiert haben und also finde ich ganz großartig. Genauso mag ich auch Hard Rock Sachen natürlich oder auch Hip Hop Sachen oder auch also deutsche Hip Hop Sachen zum Teil, wenn sie gut gemacht sind. Also es ist da wirklich so, dass ich dachte, okay, das sind richtig coole Sachen. Da ich richtig Bock drauf auf diese Stimmungslieder und da war ich echt froh, dass du da gesagt hast, komm, dann machen wir mal was.

Florian Gypser: Du hast ja auch viele davon, oder hast nicht alle gesungen? Ich glaube, du hast alle gesungen, oder fast alle.

Jens-Henning Gläsker: Ich glaube, haben wir da nicht auch gesagt, dass... Ich weiß das gar nicht mehr. Haben wir da nicht gesagt, dass der Name nicht auf der CD erscheint?

Florian Gypser: Das wird da nicht mehr drüber reden. Nee, auf der CD sind ja irgendwie die lustigen 3.5 oder so. Die haben wir immer ganz tolle Projekte haben, die sie geben. Wir waren ja immer so die, quasi wie viele Studiumusiker in 80ern. Steve Lukather und Co., die haben ja auch jahrelang keine Credits bekommen. Ich will auch keine Credits dafür, von daher ist das okay. Es war ein einfacher Auftrag.

Jens-Henning Gläsker: Genau. Ja, ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja, Nee, also war völlig in Ordnung so. Ja, ja, nein. Aber das stimmt schon. Also wir haben da oder ich habe da einige Songs gesungen, wobei ja singen nicht so mein Metier ist. Aber dafür hat es dann doch also das hast du sehr schön gemacht, dass das dann anschließend gut passte.

Florian Gypser: Es passt ja auch von der Stimme einfach, deshalb haben wir ja gesagt, du singst das. Ich kann ja gar nicht singen. Und die anderen Sängern, denen ich zusammengearbeitet hab, da passte das stimmlich nicht, weil die waren dann teilweise von der Stimme ja zu rau und zu rockig und deine Stimme passte perfekt da rein.

Jens-Henning Gläsker: Ja, naja. Und damit sind wir schon wieder beim nächsten Thema. Quasi. Ja, haben wir.

Florian Gypser: Genauso wir haben ja. Dann haben wir Hörspiele gemacht zusammen. Ich weiß gar nicht wie viele.

Jens-Henning Gläsker: Weiß ich auch nicht mehr. Was war das denn? Flo, kleine Feuerwehrauto haben wir gemacht. Bolzplatzhelden, Leoni. Genau, Genau, genau, genau.

Florian Gypser: Das waren Kinderhörspiele. Ich glaub, bei Leonie, Abenteuer auf vier Hufen, Boysplatzhelden. Wir haben Kinderhörspiele ganz viele produziert. Woraus sich dann, vielleicht für diejenigen, meine Frau kennen, aus dieser, ich glaub, 15 Jahre lang hab ich das gemacht mit einem alten Freund, der witzigerweise früher mal Teilnehmer bei mir in einem Workshop war. Daraus entwickelte sich eine Zusammenarbeit und Freundschaft. Christian Mörken hatte ich auch vor zwei Jahren mal einen Podcast. Der hat Kinderhörspiele geschrieben. Und Joanne hat die Musik dazu gemacht. Ich hab die produziert mit ihr zusammen. Du bist dann irgendwann in vielen Hörspielen auch als Gast-Sprecher dabei gewesen. Und daraus hat sich dann Joannas Business mit Kindermusik für Marken auch entwickelt. ja, witzig wie die Dinge sich über...

Jens-Henning Gläsker: Ja, eigentlich krass, oder? Wir hatten ja zwischendurch auch mal diesen einen Titelsong noch für eine Marke da auch zusammen gemacht, Joana und ich.

Florian Gypser: Jetzt steh ich auf dem Schlau. Ach, für Globus-Markthallen. Globus-Supermärkte. Genau, da hast du auch mitgesungen.

Jens-Henning Gläsker: mit Professor, Professor Dingsbombs hier, der die Welt reist. Ja, ja, genau. Das war auch schön. ein schöner Song, hat so gut geschrieben. Wirklich.

Florian Gypser: Stimmt. Genau, stimmt. Den gibt's auch noch. Ja, es waren doch einige Sachen und ich glaub, so vieles haben wir gar nicht mehr auf dem Schirm oder fällt Ihnen noch was ein?

Jens-Henning Gläsker: Also was soll ich sagen, da waren ja auch viele so kleine Sachen dabei, wo es dann hieß, kannst du mal gerade und mach mal eben und dann so, das war so zack eine Stunde und fertig. ja, irgendwie, das war so ein bisschen so Rückweilebene. Wenn du mal gerade was brauchst, sagst gerade Bescheid und zack, bumm. interessant, interessant.

Florian Gypser: Business as usual so.

Florian Gypser: Ja, das war damals ... Ja, war lustig, aber ich bin ... Ich hab letztens auch noch ... Ich hatte es ja eben erzählt, bin durch Zufall ... weil ich eine Kundenanfrage aus der Region Schwarzwald-Alp hatte. wo sitzt die Firma? Und dann sah ich Trossing und dachte, ach, guck mal an Trossing. Guck mal, was jetzt die Bundesakademie macht. gibt es immer noch. Und ich überlegte, Mensch, das Einzige, was mir aus meinem alten Leben wirklich gefehlt hat, was ich wirklich

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Florian Gypser: schön fand, von der Zeit waren immer die Zeiten in Trossing, aber trotzdem würde ich sie nicht zurückhaben wollen. A, ist das nicht mal meine Welt und B, da haben wir im Vorfeld schon mal ein bisschen darüber gesprochen und ich finde, ist, ohne dass man drüber jammert, meine, mich tangiert es ja nicht mehr, du bist ja auch mehr in anderen Bereichen unterwegs, bei was man vielleicht mal einfach mal so bisschen beleuchten könnte und sollte es einfach Viele Leute haben eine völlig falsche Vorstellung von dem, was Musikbranche heute bedeutet, was auch schon seit 20 Jahren bedeutet. Die meisten sehen dann DSDS und Popstars. Denken sich irgendwelche Vollidioten, die nichts können, das kann ich auch, und die werden reichen und berühmt. Ja, das ist so ein Mikroanteil, wo das auch wirklich stimmt. können hoffentlich nicht viel oder sind nicht besonders doll und können nur reproduzieren. Und auf der anderen Seite große Stars, deutsche und amerikanische. Aber das ist ja weniger als 0,2 Prozent der Musiker, unterwegs sind. Das ist für viele immer die Begründung, warum ich drauf komme. Aktuell geht bei LinkedIn gerade so Diskussion immer wieder auf. Weil auf Instagram gerade ein Verlag, der mit Sony, BMG zusammenarbeitet, reihenweise Influencer abmahnt, weil die bekannten Chart-Songs benutzt haben, ohne die Rechte zu klären. Da gibt's immer wieder Diskussionen, wo das angesprochen wird von Leuten, sich damit auskennen. gibt's Kommentare, die verdienen genug Geld damit. Und das ist ja nur ein kleiner Influencer. Wo das suggeriert wird, nur weil jemand mit Musik Geld verdient, kann ich seine Musik nutzen. Und es ist eine Schweinerei, wenn ich abgemahnt werde, weil ich die Lizenzrechte nicht einhalte und einhole. Das ist so eine allgemeine Einstellung, hat es im Vorgespräch auch schon gesagt, die herrscht, weil Musik einfach zu einem belanglosen Gut geworden ist.

Jens-Henning Gläsker: Ja, so ist es. ich meine, man sieht, man, ich habe es vorhin auch schon mal gesagt, man sieht, man früher heißt jetzt für mich 90er, 2000er Jahre für Musik, wenn man was hören wollte, entweder Radio angemacht hatte oder sich früher eine Schallplatte, eine Kassette oder eine CD gekauft hat. Und da hatte man ein Album drauf oder eben ein Sampler mit mehreren Songs. Dann hatte ich aber für ich sag mal 20 Mark, 30 Mark oder nachher 20 Euro eine CD oder eine Platte und die konnte ich dann natürlich so oft hören wie ich wollte. Aber heutzutage bezahle ich für einen Familienaccount bei Spotify ich glaube 15 Euro rum und oder 20 ja okay da habe ich wahrscheinlich noch einen ganz alten Tarif kann sein.

Florian Gypser: 20 mittlerweile auch.

Jens-Henning Gläsker: dafür aber quasi mehr oder weniger alle Songs der Welt. da genau, genau. Pro Stream, also es ist ja so, pro Stream gibt es 0,02 Cent ungefähr. Also 500, genau 500 Streams sind 1 Cent und diesen 1 Cent muss sich der Künstler dann mit der Plattenfirma und mit dem Verlag noch teilen.

Florian Gypser: Und die Musiker kriegen fast nichts davon, man? Muss man auch ganz klar sagen. Also die Musiker kriegen...

Florian Gypser: Die meiste Kohle kriegt Spotify und die Plattenfirmen.

Florian Gypser: Der Rest kassiert Spotify und investiert, was mittlerweile auch bekannt ist, gerne im großen Stil in die Rüstungsindustrie. Gut, das ist aktuell Deutschland ja auch kein Thema mehr, tabus, aber das fand ich schon ziemlich krass. Auf dem Rücken der Künstler, die man da ganz schön ausnimmt und man muss auch sagen, auch bei der Verteilung dessen, was nachher rausgeht von Spotify an die Plattenfirmen, sprich Verlage und auch Künstler, da ist der Monsteranteil auch noch Verlage und Plattenfirmen, nicht Künstler.

Jens-Henning Gläsker: So ist es. Und dadurch, dass jetzt Spotify auch selber KI-Musik produziert und die selber natürlich auch pusht, können die quasi diesen Anteil, der sonst an die Künstler und an die Verlage und an die Plattenfirmen geht, auch noch selber abschöpfen. Es ist geschicktes Geschäftsmodell. Es ist kein Musikmodell in dem Sinne. Also es hat nichts mit Musikliebhaberei oder künstlerischen

Florian Gypser: Hm?

Florian Gypser: Hm?

Jens-Henning Gläsker: schaffen zu tun, sondern es ist wirklich eine Geschäfts... Wie nennt man das denn? Ein Geschäftsfeld. Es ist auf jeden Fall ein Business-Modell. genau, ist... Also im Grunde nutzt gerade Spotify die bekannten Künstler oder wie auch immer, sie auf ihrer Plattform zu kriegen und spielt dann über Algorithmen eben eigenproduzierte Songs, die so ähnlich klingen wie die...

Florian Gypser: Ja, gut.

Jens-Henning Gläsker: der vermeintlichen Lieblingskünstler, spielen die dann aus und verdienen dadurch echt ganz gut Geld. auch es ist ja genau und das Modell ist ja so, dass durch sämtliche Spotify-Einnahmen wird quasi ein Topf generiert pro Monat, der dann auf die Anzahl der Streams sozusagen aufgeteilt wird. Und je nachdem, wer dann eben wie viel hat, kriegt man eben einen bestimmten Bruchteil.

Florian Gypser: Sie müssen nichts sagen.

Jens-Henning Gläsker: die Weihnachtszeit, wenn enorm viel Musik gehört wird, ist eben der Bruchteil noch kleiner. Und in den Sommermonaten, eben oder im Frühjahr, nicht so viel Musik gehört wird im Schnitt, dann ist das da eben ein bisschen so, dass man quasi pro Stream etwas mehr Geld verdienen könnte. das sind alles keine Summen, bei denen man jetzt sagen könnte, da kann man wirklich reich mit werden. Jaja, nee. Also vor allem

Florian Gypser: Also man kann auch nicht mehr davon leben. Also man muss auch mal...

Jens-Henning Gläsker: Unter 1000 Streams wird glaube ich bei Spotify noch nicht mal ausgezahlt. da ist es so, wenn du keine 1000 Streams hast, wirst du noch nicht mal mehr gewertet, sondern dann fällt deine ganzen Streams wieder aus dem großen Topf sozusagen raus, wirst du abgezogen und dann die eben viele Streams haben, kriegen dann Geld an.

Florian Gypser: Man muss auch mal sagen, ich erlebe das immer wieder, seit ich seit vielen Jahren in der Industrie unterwegs bin. Mit Kontakten, die ich da kenne, oder auch mit Kunden, irgendwie kommt das Gespräch, Musikbranche, was da drin ist, ist bestimmt toll. Ich bereue nichts, was ich gemacht habe, es ist alles gut, ich hab auch viel gelernt, viele Erfahrungen und vor allem Referenzen gesammelt. Aber da sag ich, ich will da nicht mal hin zurück, weil das ist ja noch nicht mal Existenzminimum, du da heute verdienst. Da kommt immer, ja, kann ja nicht so schlimm sein.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: Da na ja, überleg mal, du müsstest warm für 250 bis 350 Euro den ganzen Tag arbeiten. Und das sind zehn Stunden. Dann gucken sie mich an, sagen, du verarschst mich doch jetzt hier. Nein, nein, also das sind Preise für einen Studiotag, inklusive Techniker, Technik, Strom und allem drumherum dran. Du kannst damit eigentlich nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Du kannst damit noch nicht mehr überleben. Also war schon vor 15 Jahren so, dass viele Studios in Innenstädten so liefen, dass drei Leute Studie betrieben haben und zwei hatten einen Nebenjob.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: während der anderen Studio saß.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ich meine, das Faszinierende ist ja eigentlich, dass so eine emotionale Sache wie Musik monetär eigentlich so wenig wert ist. Ich gehe sowieso nicht gern auf Konzerte, aber wenn dann eher so kleine Kellerkonzerte, ich mal.

Florian Gypser: Mhm.

Jens-Henning Gläsker: Doch, ich weiß, ich das letzte Mal auf dem Konzert war. Weiß ich doch. Das war eine ganz coole Band aus Bremen. Aber laut heißen die. Und die waren in der Technischen Hochschule hier in Detmold und haben da ein Konzert gegeben. Und das war richtig großartig. Ganz super tolle zwei angenehme junge Männer, die richtig geile Mucke gemacht haben. Hat mir richtig gut gefallen. Aber jetzt wollte ich nämlich gerade eigentlich ausholen, habe ich mich gerade selber mit abgeschossen, dass ich sagen wollte, eigentlich war ich schon Ewigkeiten nicht mehr auf Konzerten und habe so was erlebt. Da war es tatsächlich genauso und das ist noch nicht lange her. Ich glaube, das war vor einem Monat oder so. Aber davor könnte ich mich jetzt wirklich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf einem Konzert war. Und wenn es dann diese total hochpolierten Konzerte wieder auch sind, also sowas wie also ich habe

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Große Hochachtung vor Taylor Swift zum Beispiel, obwohl ich glaube, ich kenne ihre Songs, aber ich könnte jetzt keinen Song von denen, die sie gemacht hat, direkt jetzt so ansingen. Wenn ich so höre, weiß ich Taylor Swift.

Florian Gypser: In 40 Jahren kennt ihr auch keiner mehr, weil die so belanglos sind und teilweise auch so zusammengeklaut offensichtlich.

Jens-Henning Gläsker: Aber wie auch immer. die Show dahinter ist großartig. Beziehungsweise auch das wie das Gesamtkonzept und das Gesamtprodukt Taylor Swift ist. Aber da ist die Musik ein ganz kleiner Bestandteil. ja, der Transporter.

Florian Gypser: Aber das ist es ja. Genau, und das sind hier Musik.

Florian Gypser: Genau, das notwendige Übel. Das ist bei vielen Popstars aus den USA. Genau, da ist der Transporter die Musik, weil es emotionalisiert und dann wird eine Marke verkauft, wird Parfum und und und. weiß nicht, wie es bei ihr ist. Die interessiert mich so wenig, dass ich noch nicht mal das weiß. Aber ...

Jens-Henning Gläsker: Da stehe ich auch überhaupt nicht im Thema. Aber ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass es faszinierend ist, zu sehen. Auch wie gut sie da funktioniert als Marke. Aber wie wenig da wirklich die Musik im Vordergrund steht. Und wenn du Künstler hast, die wirklich künstlerischen Anspruch haben und die auch ganz tolle Sachen machen, die werden meist nicht sichtbar.

Florian Gypser: Absolut.

Jens-Henning Gläsker: Und das ist schade, aber andererseits ist das eher... Nein, es ist die Regel. Und die Ausnahme sind eben auch durch Globalisierung. Es gibt weltweit vielleicht, wie viel mögen wir sagen, 50 Popstars, die richtig funktionieren. Und alles andere sind regionale oder kleinere oder sparten Popstars. vielleicht 50, vielleicht sind es auch nur 20. Ich weiß es gar nicht.

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Man denkt immer so, dass diese Musik und gerade mit Popstars und so was, wäre so ein Riesenfeld. Aber das ist es ja gar nicht. was dabei rumkommt sind 97 Prozent Glück, drei Prozent Geschäftssinn, knapp.

Florian Gypser: Ich bin da nicht mehr drin, keine Ahnung.

Florian Gypser: Ja, harte Arbeit ist es schon. Wenn du dir anguckst, diejenigen, es geschafft haben, ich hab einige Biografien gelesen, die haben sehr viel geopfert, das würde ich nicht. Also nicht, meine, opfert im Sinne von Arbeiten, sondern ich würde mal sagen, aus meiner Erfahrung an Biografien, ich gelesen hab, 95 Prozent haben ihr Privatleben und ihre Familie geopfert, ihre Beziehungen und alles. Es gibt extrem wenige, die lange mit ihren Partnern zusammen waren, es sind extrem wenige, wo die Familie noch intakt ist und so, aber das weiß man ja auch.

Jens-Henning Gläsker: Ja, nein, du hast recht.

Jens-Henning Gläsker: Nein, nein.

Florian Gypser: Ähm ... Und die, die alle das geschafft haben, die hatten ab einem gewissen Punkt Glück. das ist ja auch etwas, das hat mir Christian damals erzählt, der war ja damals in der Musikbranche auch im Management tief drin als Person Assistant Senior A &R, hat ja auch viele große Künstler betreut. Und er sagte, diese Geschichte von, da ist jemand von der Bühne weg entdeckt worden und so, das sind Geschichten, die die Plattenindustrie in den 70er-, 80er-Jahren befeuert und teilweise auch erfunden hat oder bisschen umgedichtet hat, weil es natürlich den Ruhm noch mehrt.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: Aber das sind alles Künstler, die jahrelang sich, das sagt man wirklich so in der Szene, Arsch abgespielt haben, von Hand in Mund gelebt haben. Und irgendwann hatten sie das Glück, Kontakte so dazu zu bekommen, dass jemand Entscheidendes irgendwo hingelotst wurde, dass er sie live gesehen hat als Beispiel.

Jens-Henning Gläsker: Aber guck mal genau das habe ich gerade gesagt, ich also doch Moment ist es ja doch Nein also es nein ja das stimmt also es ist nicht glück in dem Sinne dass du in deinem Kämmerchen sitzt und ver veröffentlicht einen Song auf Spotify und dann kommt eine Plattenfirma und sagt guten Tag wir hätten gerne ein Album also das nicht aber selbst dieses also ich glaube es gibt jede Menge Musiker die

Florian Gypser: Aber es ist ja nicht nur Glück. Aber die meisten denken damit Glück von wegen, ich schmeiß was an die Wand. In dem Moment, aber du musst ja was können vorher. Genau, das mein ich.

Florian Gypser: Genau.

Jens-Henning Gläsker: vielleicht jetzt nicht mehr so viele. Aber zumindest zu meiner aktiven Zeit gab es sehr viele Musiker, die jede Woche zwei, drei Mal auf irgendwelchen Bühnen gestanden haben. Angefangen von Auftritten, wo die Band mehr Leute hatte als das Publikum. dann vielleicht vor 30 Leuten, 50 Leuten, vielleicht noch mal 100 Leuten, aber dann eben auch wieder vor zehn Leuten. Und die das lange, lange Zeit dann gemacht haben und sich da ihren Traum verwirklichen wollten, aber eben einfach auch nicht entdeckt wurden. obwohl sie eigentlich das Zeug dazu gehabt hätten. Das meine ich. Es ist dann schon 95-97 Prozent Glück, dass du da entdeckt wurdest.

Florian Gypser: Jaaa...

Florian Gypser: Ja, aber ich seh's mittlerweile bisschen differenzierter aus dem einfachen Grund. Du hast absolut recht, gehört viel Glück dazu. Die Voraussetzung ist immer, dass man was hat, dass man Potenzial hat, man Assets hat. Deshalb diese Idee, ich veröffentliche immer paar Songs. Das war so, als das ganze Thema Home-Recording so 2002 bis 2006 anfing, da hatte ich ja viel mit der Szene zu tun durch die Plattform Home-Recording, die ich mit aufgebaut hab. Da gab's echt Leute, dachten, wenn ich jetzt einfach was an die Wand werfe, bleibt's vielleicht kleben. Das ist was ich meine, totaler Unsinn.

Jens-Henning Gläsker: Mhm.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Wir sind uns einig, die Basis ist, du hast Potenzial, du kannst was, du hast gute Ideen, du spielst dir den Allerwertesten ab. Und dann ist es Glück, ja, aber dieses Glück ... seh das deswegen ein bisschen anders, ich mittlerweile, was das Thema betrifft, dieses emotional aufgeladene Musik, bin ich mittlerweile fast emotionslos, weil ich nicht mehr drin bin. Musik macht mir Spaß, aber ist nicht mehr meine Leidenschaft. Und je mehr ich mit Vertrieblern zu tun hab und mit Marketern und mit Geschäftsleitungen usw. bin ich überzeugt davon, dass wenn eine Band, entweder in der Band oder jemanden hat, der auch noch geschäftlich fit ist. Ich meine nicht davon, was mit Geld zusammenhaltet, sondern wie kann ich Kontakte, Netzwerke nutzen? Wie bringe ich Leute irgendwo hin? Das ist ja allein schon, als ich angefangen hab, mich Vertrieb zu beschäftigen, dachte ich, Vertriebler müsste man sein. Mittlerweile weiß ich, da gibt's auch Luschen, auf Anrufe warten. Du musst ja auch proaktiv und musst auch ein Gespür haben. Weißt das so komplex, es müsste immer einen dann geben, wenn die Band wirklich was hat, was zeitlich gerade auch ... passt, das ist der nächste Punkt, du musst auch wissen, in welcher Szene passe ich rein, wo kann mich die Plattenfirma vermarkten, ist dafür überhaupt ein Markt? Wenn du das alles mit berücksichtigst, bist du schon viel weiter als wenn du einfach nur live spielst. Und meine Erfahrung, wir haben es ja beide selber erlebt in unzähligen Workshops, du hast ganz häufig Musiker sitzen, die handwerklich, fachlich super sind, aber A schon eine innere A-Version gegen finanziellen Erfolg haben, dessen sie sich gar nicht bewusst sind. Das ist ja auch ein Thema, was wir eben hatten.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: Dieses, du wirst in dieser Branche wirklich drauf geimpft, das Geld verdienen, was schlechtes ist. Ich hab das 16 Jahre lang inhaliert. Bis mir das irgendwann bewusst wurde. Du musstest dich rechtfertigen, wenn du deine Arbeit Geld haben wolltest. ist heute nicht anders. Also, musst da irgendwie ... in deinem eigenen Wertesbewusstsein und dann in der Lage sein, noch zu sagen, ich bring das nach vorne und ich stell mich als Künstler hinten an. Und meine Selbstverwirklichung, sondern ich mach ein Business draus. Du hast ja auch Workshops bei uns gemacht. Wie oft sitzen da Musiker? Ich bin ja zu fein zu, ich mach nicht den Kommerz. Dann kannst du aber auch nicht sagen, ihr seid alle blöd, weil ihr mich nicht entdeckt. Es ist nicht ganz so einfach, dass es nur Glück ist.

Jens-Henning Gläsker: Ja... Nein, das ist ja eine Entscheidung. das ist, wie auch bei meinen, in der Musikschule ist es auch so, hatten wir auch vorhin einmal kurz darüber gesprochen. Ich unterrichte hauptsächlich Schlagzeug hier bei mir und früher war es so, die Leute kamen zu mir, Jugendliche, Erwachsene, was auch immer, die gesagt haben, ich will jetzt Schlagzeug spielen lernen, damit ich in einer Band spielen kann. Das ist mein Ziel. So, heute ist das Ziel eher nicht mehr, dass ich in einer Band spielen will, sondern in der Regel ist es so, dass sie sagen, ach, ich will das eigentlich mehr so für mich und vielleicht will ich mal ein Video aufnehmen für YouTube oder sowas. so die die gesuchte Öffentlichkeit ist eine andere. Es ist vereinzelter. Also es ist nicht mehr so als Gruppe, sondern eher vereinzelt. Und es ist so, dass die die Musiker eher zum Teil eine Interesse daran haben, wirklich selber auch die Kontrolle zu behalten. Was natürlich dann aber auch dazu führt, dass ja eben dadurch eine professionelle Infrastruktur dann erstmal nicht mehr da ist. Also oder auch nicht greifen kann, weil die eben sagen, ne das will ich aber so nicht. Man muss es ja auch so sehen, wenn man sich sozusagen mit Plattenfirmen arrangiert oder sonst was, dann muss man natürlich für beide Seiten so weit Zugeständnisse machen, dass das in Ordnung ist. Aber man wird nie sowohl aus Plattenfirmen Sicht als auch aus Musikersicht 100 Prozent das erreichen, was man sich denn davor genommen hat. Und da ist, glaube ich, auch noch der Wunsch vieler Musiker, so das eben selber in der Hand zu halten und zu versuchen, dass sie es doch selber dann hinkriegen. Ein großer Punkt. jetzt auch gerade. meine, früher war es eine Equipment Sache. Wenn du kein ordentliches Equipment hattest, konntest du keine Musik produzieren. Heutzutage

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: kann jeder Laptop quasi besser aufnehmen, als dass die besten Recording-Maschinen vor 30 Jahren konnten. da sind jetzt auch die Anforderungen nicht... Also natürlich, wenn man jetzt ein geschultes Ohr hat und sowas weiß man, worauf man achten muss. Klar, man muss dann auch sich mit Sachen auseinandersetzen, man muss Sachen lernen, klar. Aber die Zugangsvoraussetzungen, auch gerade was zum Beispiel Studiotechnik angeht, sind deutlich besser als noch vor 30 Jahren. Das heißt, wo früher der Flaschenhals war, das irgendeine Plattenfirma dich ins Studio geschickt hat und dann konntest du deine Musik rausbringen, wenn sie eben gut produziert war, hast es jetzt so, du kannst innerhalb von zehn Minuten einen Song machen, letztlich bei Spotify hoch und fertig. Also das

Florian Gypser: So ist es aber dann auf Spotify auch. Das ist der Nachteil. Es ist halt auch zugemüllt mit einem Haufen Schrott, muss man sagen. Die Qualität musikalisch und auch von der Produktion ist natürlich brutal gesunken. Ich kenn das ja. Ich hab ja 16 Jahre lang Menschen im Bereich Musikproduktion unterrichtet. Erzähl ich dir alles anderes als Neues. Ich hab's ja nicht nur des Geldes wegen. Es war ehrlich gesagt einer der Hauptgründe. Aber der größte Grund war für mich die absolute Frustration über keinerlei ...

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja,

Florian Gypser: Wachstum und Entwicklung, weil letzten Endes die Profimusiker konnten sich nicht mal einen Wochenendkurs für 300 Euro mehr leisten. Also haben viele ganz ehrlich gesagt, das kann ich mir nicht leisten. Und dann saßen da Hobbymusiker, die halt kein Interesse an, aber warum auch? Es ist halt ihr Hobby, kein Interesse an echter Weiterbildung hatten, bis zum gewissen Level ja. Und durch die Demokratisierung der Produktionsmittel hat mal jemand sehr schön gesagt, hat man halt eine ganze Branche ruiniert. Wobei das der Lauf der Zeit ist, ich bin da jetzt auch gar nicht mehr...

Jens-Henning Gläsker: Mh.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Böse drüber oder verärgert oder frustriert. Das ist wie in anderen Branchen erleben, was jetzt auch. Es gibt keine Studie, es wird zukünftig weniger geben. Der Flaschenhals hatte einen großen Vorteil. Muss man auch sagen. Es war gleichzeitig auch ein Klärwerk. Hinten kam wirklich nur raus, was ein gewisses Level hatte. Muss nicht sein, dass es erfolgreich ist und immer gut war. hat ein gewisses Level. Es haben sich Profis damit beschäftigt, musikalisch und technisch. Das ist heute nicht mehr. Damit sind wir auch

Jens-Henning Gläsker: Ja, ganz genau.

Florian Gypser: An dem Punkt, warum ist Musik heute so belanglos geworden?

Jens-Henning Gläsker: Musik ist mittlerweile ein Produkt, was Ja, es ist eigentlich schwierig. Ich glaube, gibt nicht weniger gute Musik als es früher gab. Also auch handwerklich gemachte oder von der Komposition her schlechte oder sonst was. Es gibt mehr schlechte, aber es gibt nicht weniger gute als vorher. Genau, das Problem ist, das zu differenzieren und das zu finden. Genau, das ist...

Florian Gypser: ist nur schwerer zu finden durch die schlechte.

Jens-Henning Gläsker: Das ist quasi heutzutage der Anspruch an Musikhöhrende. Dass man sagt hier, wenn du sagst, ich mag keine Musik, ich da immer nur so Scheißsachen kriege, dann... Ach so, darf man bei dir überhaupt Scheiße sagen im Podcast?

Florian Gypser: Mir ist das völlig egal. Wird dann wahrscheinlich von Apple indiziert, aber pff... ist mir egal.

Jens-Henning Gläsker: naja, okay, dann tut mir das leid. dann ist eben die Sache, dann hörst du dir quasi oder hast du deinen Algorithmus falsch trainiert für die Musik. wenn ich das mal einmal sagen darf, es gibt eine coole Internetseite, ich weiß gerade nicht, wie sie heißt, aber das ist die, auf der werden von Spotify Songs angezeigt, die noch nie abgespielt wurden. Das ist...

Florian Gypser: okay.

Jens-Henning Gläsker: Wie heißt das denn? Neverplayed? Irgendwas. Neverplayed Songs Spotify. Habe ich gerade nicht parat, aber ist eine interessante Seite. im Grunde nur eine Oberfläche, die nach Spotify Songs sucht, die Null Aufrufe haben. Und sobald du einen Song gehört hast, dieser Song nie wieder da auftauchen auf dieser Internetseite. da kann man durchaus mal durchhören. Das ist nämlich ziemlich faszinierend. Das ist ein bisschen so...

Florian Gypser: Mhm.

Jens-Henning Gläsker: Wie wenn man bei einem Wühltisch ganz unten durch die Reste wühlt, wo noch Fussel liegen und alte Bonbons und was weiß ich was. Und auf einmal findest du da irgendwas, denkst, das ist aber cool. Also das ist total spannend. Und das Faszinierende sozusagen aus der Hörersicht ist dieses. Du kannst diesen Song hören, wenn du denen dann aber skippst. Also du kannst ihn dir auch speichern, wenn er dir gefällt.

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Aber wenn er dir nicht gefällt und du skippst den, dann kommt er auch nicht mehr wieder. Ich glaube, den kriegst du auch nicht nochmal zurück. Also das ist wirklich faszinierend, weil quasi über diese Seite wird man ja aufgefordert, bewusster hinzuhören, auch bei der Musik. Und dann mal einmal hinzuhören und das genau von der anderen Seite aus. Also nicht von dem, was hat den allergrößten Erfolg, sondern was ist wirklich noch niemals abgespielt worden. Und das ist...

Florian Gypser: okay.

Florian Gypser: Hm?

Florian Gypser: Was ja nicht so mit Qualität aussagt unbedingt, das ist ja das Verrückte.

Jens-Henning Gläsker: Nein, überhaupt nicht. Es kann ja sein, das eine total gute Produktion ist, die hochwertig war. da werden viele Klassiksachen angezeigt. Zumindest war das bei mir so. Aber da sind dann Produktionen dabei, wo dann eben 43 Titel drauf sind. Da sind aber welche dabei, die sind noch nie abgespielt worden. super klingen richtig gut also große empfehlung ich weiß gerade nicht jetzt wie die seite heißt kann man herausfinden genau ja

Florian Gypser: Ja gut, kann man ja, glaube ich, heutzutage mit Chatchity Petit und so kann man das sehr gut rausfinden. Das ist ja kein Hexenwerk. Ja, es ist verrückt. ist irgendwie, ich weiß noch, wir haben uns ja früher viel darüber unterhalten. Als ich noch aktiv war oder so in der Übergangsphase, mich hat das ja jahrelang echt frustriert. ich hatte einen sehr hohen Anspruch an die Qualität dessen, was ich gemacht habe. Und ist heute immer noch so. Von daher ... In der Vergangenheit zu sprechen ist jetzt nicht angebracht eigentlich, aber... Und das hat mich einfach so unglaublich frustriert.

Jens-Henning Gläsker: Du meinst jetzt aber eben im Audio Bereich, also was die Audio Produktion angeht. Und das ist ja eben der Bereich, den du jetzt ja natürlich.

Florian Gypser: Genau. Heute ist immer noch so, aber damals ... Ich hab immer damit zu tun, aber es ist auch so interessant, weil wir auch über Equipment im Vorgespräch gesprochen haben, dass es vielen Leuten auch nicht bewusst ist. Früher, als ich noch aktiv war, so Mikrofone, wenn ich heute mal mit ... Sag mal, Angestellten oder Einsen unternehmen, also Leuten, die entweder ihr privates Geld oder ihr Budget dafür aufwenden müssen über ... Kauft ihr mal ein Podcast-Mikrofon und sagt, so ein billiges Einsteiger-Mikrofon kostet 100 Euro. Da krieg ich wirklich mal die Rückbeilung, boah, so viel Geld. Das ist ein billiges Einsteiger-Mikrofon. Natürlich kriegste bei Amazon 1,235, aber Technik-Schrott, ist Elektro-Schrott. Genau, das ist noch nicht mal der Materialpreis. Ähm, aber ...

Jens-Henning Gläsker: Temu für 2,50 oder 3,50 Ja, das ist ein SM58 Nachbau. Nur mal kurz. Also würde ich nicht kaufen. Habe ich auch noch nicht bestellt.

Florian Gypser: Genau. Ja, du bist aber dann 100 Prozent subventioniert. Genau. Und dann, wenn du guckst du einfach selbst heute, wo die Sachen so günstig geworden sind, da musst du schon 100, 150 Euro investieren, damit das Ding nicht nach einem halben Jahr kaputt ist, nicht mehr rauschen als Ton liefert und und und. Aber als ich angefangen habe, mein Studio einzurichten, da war das auch so, da konnte ich jetzt nicht, da gab es schon die ersten Billig-Mikrofonen für 300, 400 Euro, aber da konntest du ja, damit konntest du ja keinen Kunden überzeugen. Und du sagst, ich habe hier Equipment, du auch zu Hause hast. Also dann waren 1000, 1500 Euro für ein Mikrofon, das war ja völlig normal. Und auf der anderen Seite, das hab ich jahrelang, dachte ich, das muss so sein, das ist halt so geworden. Aber auf der anderen Seite, ich war weit und breit, ich bin nun mal nicht in der Großstadt, aber auf der anderen Seite hatte ich keine Konkurrenz hier, weil ich das teuerste Studio bin, deswegen auch teilweise beschimpft worden, dass mir einfallen würde, 500 Euro am Tag zu nehmen. Und dann überleg mal, wie willst du davon leben und noch dieses teure Equipment bezahlen? Das ist alles, das ist...

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: völlig aus dem Ruder gelaufen. Hat aber auch damit zu tun mit der Liebhaberei. ist nämlich der nächste Punkt. Seitdem ich raus bin, sehe ich das viel nüchter. Weil wenn ich heute gucke, meine Kunden heute, hatte ich jetzt vor drei Tagen wieder bei einem Unternehmen, die machen oder möchten Videokommunikation einsetzen, Business zu machen, Vertrieb, Geld zu verdienen. Nicht weil da einer sitzt und sagt, boah, geil, diese Kamera. Das hast du nämlich in der Musikerszene. Entweder die, die dein Studio mieten, sagen, hast du auch das und das das Equipment, obwohl sie gar nicht wissen, aber sie haben gehört, man muss das haben.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Oder es sitzt einer da und sagt, boah, ich will unbedingt dieses Mikrofon haben. Aber das Ergebnis ist minimal der Unterschied. ist das Verrückte. Irrsinnig teure Technik und 2 % Unterschied.

Jens-Henning Gläsker: Genau. Ja, ja. Ja, Das ist ja genau der Punkt. Das, heute zählt, sind die Produkte. Ist das, was du anbietest. Im Grunde auch als Studio. Wenn du da jetzt arbeitest, du verkaufst ja eigentlich hauptsächlich dann an die Band oder an den Künstler, der dahin kommt. Und wenn du da ein gutes Produkt ablieferst, da ist es egal, wie du das machst. Also es gibt ja tausend Wege, die nach Rom führen. Wichtig ist eben, dass anschließend der Kunde das Produkt genauso kriegt, wie er es bestellt hat. Früher war es so, Technik war ein Faktor, irgendwas zu verkaufen. Heute sind es die Skills. Also du musst eben schon was anbieten, was eben genau auf den Kundenwunsch dann auch ausgerichtet ist. Da ist es ganz egal, das hier zum Beispiel in der Musikschule ist. die passende Herangehensweise habe und die Leute so aufnehme, wie sie eben hier ankommen, sondern sage ich habe aber hier ein tolles Schlagzeug. Das interessiert gar keinen, sondern vielleicht interessiert das dir am Anfang einmal, aber wenn das dritte Mal hier sind, dann sind die das gewohnt und dann ist es eben so, okay, der hat das Schlagzeug und da sitze ich dran und das ist toll und dann ist das eben prima. Aber was dann eben hält oder zieht, ist eben, dass das Mann

Jens-Henning Gläsker: quasi diesen Kunden wirklich als das auch voll wahrnimmt, was er ist. Nämlich eben jemand, der sich da auf irgendeine Art und Weise entwickeln möchte und der da jetzt ganz nüchtern betrachtet betriebswirtschaftlich dann mehr Wert drin sieht, sich hier hinzusetzen und eben sich selber Sachen anzueignen oder eben was zu machen oder was auch immer. dieses von ich glaube generell hat sich dieses dieses Materialdenken und dieser Anspruch zu sagen, ich habe aber dieses und jenes Equipment in ganz vielen Bereichen. überlebt. Also ich sag mal, wenn es jetzt nicht darum geht, bestimmtes Material herzustellen für Maschinenbau oder sowas, ist das mit Sicherheit nach wie vor essentiell, dass man das eben hat. Aber sobald es Endverbraucherprodukte geht, glaube ich, ist es so, dass viel mehr wirklich der sozusagen die emotionale Bindung da wichtig ist als der als der technische Prozess der Herstellung dieses Produktes. Und

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Da ist Musik natürlich ein furchtbares Beispiel dafür, weil das ja überhaupt nicht funktioniert. Aber dient eben in diesem Sinne vielleicht ganz hervorragend als Negativbeispiel, wie man es eben machen kann, dass man ganz viel Herzblut in Sachen reinsetzt, die am Ende vielleicht keinen wirtschaftlichen Erfolg bringen. Aber es gibt ja auch noch Glück. Und wenn man dann eben sagt, okay, Ich bin damit glücklich. Der Kunde ist damit glücklich. Kann ja auch sein, dass das auch geht. Wenn man dann einen Job hat, der nebenbei noch läuft, wo man Geld mit verdienen kann, ist das natürlich...

Florian Gypser: Das wollte ich gerade sagen. Ansonsten ist es, und das ist ja auch etwas, was Corona aufgedeckt hat. Also ich bin ja glücklicherweise eineinhalb Jahre vor Corona ausgestiegen aus der Branche. da waren wirklich die letzten Zipfel, haben wir ein Dreivierteljahr vor Corona abgeschnitten, die letzten Zipfel. Und Corona hat nämlich genau das gezeigt, was ich da immer noch sehe und was du gerade auch beschrieben hast, nämlich die, die vorher halbwegs von dem ganzen Konstrukt Unterrichten sehe ich, das ist was völlig anderes außen vor, weil du hast so eine gewisse Fluktuation, Kontinuität. Aber vorher ist ja eine Willkürlichkeit teilweise gewesen. Weil Plattenfirmen hast du nicht mehr so als Kunden. wenn wirklich Künstler groß gemacht werden, dann kaufen Plattenfirmen fertig vollendete Künstler bei irgendeinem Produzenten, der da sein Geld oder seine Zeit investiert hat. Was er vorher über andere Sachen über Jahre verdient hat. Das heißt, du hast als Dienstleister schon gar keine Kunden mehr gehabt, außer der Endkundenmusiker, die Entweder, wenn sie es privat gemacht haben, nicht bereit waren, Geld zu investieren. Ich viele Fälle. Die Musiker hatten für mehr als 10.000 Euro Equipment, aber 3.000 Euro CD-Produktion. Ist einfach so. Die Wirklichkeit ist nicht gesehen worden. Es gab aber viele, die haben das immer noch. hatte Leute in meinen Workshops, die haben gesagt, ich steig aus meinem Beruf aus, nur mein Studio. Die komplett auf Kante gelebt. Corona hat das offengelegt, weil heut auf morgen alles weg war. weil einfach keine Rücklagen möglich waren. Das Geschäftsmodell hat eigentlich nur noch so unter Hochspannung funktioniert. Ja, und das hat es einfach total zersammelt. Und das Traurige ist halt, dass viele, die das noch mit Herzblut gemacht haben und vor allen Dingen auch noch gute Sachen gemacht haben, da auf der Strecke geblieben sind. Aber du, ist halt, guck mal, ist genau dasselbe wie Musik für Film und Video. Also ich erinnere mich noch, als ich noch aktiv tätig war, da gab es noch ...

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Ganz genau,

Florian Gypser: Da gab es noch das Business, mach GEMA-freie Musik, also lizenzfreie Musik, hau dir jetzt für die großen Anbieter, damit kannst du Geld verdienen. zwar auch Musik ab und fließbar produzieren, aber die wird dann vielleicht zehn Jahre immer wieder mal genutzt. Der Markt ist auch tot. Der ist durch KI mittlerweile komplett tot. Und der nächste Markt ist der Sprechermarkt. Ich hab die Tage von einem alten Weg gefährt, mit dem wir früher super viel auch gemacht haben, der

Jens-Henning Gläsker: Ja, ist vorbei, genau.

Jens-Henning Gläsker: Ganz genau, ganz genau. Super Thema.

Florian Gypser: so erfolgreich als Sprecher war, für große Marken gesprochen hat, Werbung, E-Learning und ähnliches, der relativ viel auch bei unseren Hörspielen gemacht hat, der eine kleine Agentur hatte, wo uns auch Sprecher besorgt hat für die Hörspiele. Da hab ich durch Zufall bei Facebook reingeguckt, hat jemand einen Zeitungsartikel, nee, eine Fernsehreportage geteilt, wo er interviewt wurde, der ist aktuell kurz vor der Insolvenz, er sagt, er sieht auch keine Zukunft mehr. bis jetzt gerade orientiert sich anderweitig. Also von der Agentur, Schrägstrich, Sprecherstudio vor sechs Jahren, wo es Bombe bei ihm lief, wo ich nicht wusste wohin, ist er jetzt im Prinzip vor der Insolvenz wegen KI-Stimmen. Weil die Unternehmen, wenn sie ihn buchen, die Preise nicht mehr bereit sind zu zahlen. Oder sie sagen, wir zahlen dir einmalig 5000 Euro, deine Stimme zu klonen.

Jens-Henning Gläsker: Genau, dafür kriegen wir deine Stimme. Ist das jemand, auch für die Deutsche Welle spricht?

Florian Gypser: Nee, es ist nicht der, der bei uns in der Gegend wohnt. Der ist schon lange raus, der ist in Rente. Wer nur den meint. Nee, ... Nee, das ist der nicht. Aber es trifft alle. Und das Verrückte ist, ein Freund von uns, war früher Arte, ZDF, Deutsche Welle, Deutschlandfunk, der wohnt hier zwei Dörfer weiter. Der ist Mitte 70 mittlerweile, der ist schon lange in Rente. Der hat uns ... kurz nach Corona war mit dem Essen, hat er gesagt, das Thema KI kommt gerade. Auf 23 war das so.

Jens-Henning Gläsker: Ne, meinte Ja, genau.

Florian Gypser: Was bin ich froh, dass ich in Rente bin? Das wird uns alle den Kopf kosten. Und jetzt wäre der Punkt, eigentlich, und das ist übrigens auch meiner Meinung nach einer der großen Mankos der Musikindustrie, nein, Musikindustrie nicht, der Musikerszene, man hält nicht zusammen, sondern gerade in Deutschland ist man vor allem gegeneinander. Und er sagte, das ist in der Sprecherbranche auch sehr stark, anstatt man jetzt mal sagt, gemeinsamer Feind ist die Entwicklung KI, dagegen können wir nichts machen, aber wie können wir für uns die Sachen gestalten?

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja, ja.

Florian Gypser: wird gegeneinander gearbeitet. Und er sagt, das wird der Sprecherbranche das Genick brechen. Das war seine Einschätzung damals. Viele haben Kopf in Sand gesteckt, sagte er. Mich würde es nicht treffen, die hat es aber auch getroffen.

Jens-Henning Gläsker: Ja, okay. Ja, ja, ja. Ja, kann sein. Ja. Ja, also mittlerweile kriege ich das somit, dass die Synchronsprecherbranche da schon versucht, die Reihen zu schließen sozusagen und dann ja, nein, also das stimmt. Ich meine, es gab ja dieses ein furchtbares Beispiel von irgendeinem polnischen Film, der dann auf Deutsch mit KI-Stimmen gesetzt wurde. Ja, der war, glaube ich, zwei Tage in der ARD-Mediathek abrufbar.

Florian Gypser: Der Zug ist abgefahren. Der Zug ist abgefahren. Zu spät.

Florian Gypser: Tschüss.

Jens-Henning Gläsker: Und war aber so grottenschlecht gemacht. der ist bestimmt schon wieder ein halbes Jahr oder Jahr alt. Das heißt, wenn man das heutzutage machen würde, wäre das mit Sicherheit schon eine ganz andere Geschichte. Weil diese Fortschritte, was KI angeht und gerade Stimmgenerationen da, dass man sowas generieren kann, das ist ja, also das entwickelt sich so so schnell.

Florian Gypser: Mmh.

Jens-Henning Gläsker: Wenn ich mir alleine angucke, so einer dem Marktführer da, was die jetzt alles anbieten, die bieten auch mittlerweile an, dass du ein Buch als Hörbuch direkt produzieren kannst und musst quasi nur den Buchtext eingeben und sagen, welchen Sprecher du haben willst und den Rest macht dann die KI. Fertig. Und nicht mehr nur ein paar Sätze, sondern jetzt eben wirklich ganze 600 Seiten Buch oder so. Und das ist natürlich schon großer Schlag für alle, die mit ihrer Stimme dann da auch Geld verdienen.

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ist ja ist total absehbar gewesen. Genau, genau, genau. gibt jetzt es gibt jetzt große Bemühungen da eben noch trotzdem irgendwie als Sprecher da noch davon zu profitieren. Aber ich sehe das auch. Ich sehe das schwer. Also weil weil in der Regel, wenn du gerade wenn du Dokumentationen hast oder so was, dafür brauchst du keine besondere Emotionalität in der Stimme. Da kannst du auch das relativ

Florian Gypser: war aber abzählbar. Also sorry, muss ich echt sagen, der hätte man vor drei, Jahren nicht in den Kopf in Sand stecken dürfen.

Jens-Henning Gläsker: Ich sag mal, ohne größere Probleme kann man das so produzieren mittlerweile, dass da eine KI-Stimme einfach einen Text abliest. Das funktioniert. Bei wirklich guten schauspielerischen Filmen kann ich es mir vorstellen, dass das noch bisschen dauert. Aber auch das wird kommen, weil mittlerweile gibt es ja auch Funktionen schon, dass, keine Ahnung, zum Beispiel berühmte Schauspieler in ihrer Landessprache das normal spielen und sprechen und es dann eine Übersetzungsfunktion gibt, mit der dann quasi mit der eigenen Stimme dieses Schauspielers das synchronisiert wird in jede beliebige andere Sprache. Und sobald das ja ist, ist ja quasi der deutsche Synchronmarkt sowieso hin. Weil man muss ja auch sagen, der deutsche Synchronmarkt ist mehr oder weniger eine Besonderheit im internationalen Feld, weil

Florian Gypser: Hm.

Florian Gypser: Wollte ich gerade sagen, ist einzigartig.

Jens-Henning Gläsker: Genau, weil es eigentlich in keinem Land so eine gute Synchronisationsarbeit gibt wie in Deutschland. In den meisten Ländern ist es ja so, dass der Film im Original läuft und dann mit Untertiteln oder es ist vielleicht mal von drei Sprechern übersetzt, dass man so drei unterschiedliche Charaktere hat. Aber wirklich diese Akribie und diese Genauigkeit, sie bei deutschen Synchronisationen und dass es dann auch eigentlich mindestens so eine Schauspielerische Leistung ist, im Original sozusagen. Also manche Synchronisationen sind ja tatsächlich auch besser als das Original. ne? Und das... Ja, ja. Ich mein, du hast natürlich... Genau. Ja, ja. Oder Dietmar Wunder. Also, wenn man sich das so anschaut, was ist da für tolle Menschen...

Florian Gypser: Schauspielerische.

Florian Gypser: Die Stimmen sind charakteristischer. Es gibt ja richtige Stars. Manfred Lehmann oder Christian Brückner.

Jens-Henning Gläsker: gibt, die ja nun wirklich quasi besser zu dieser Person, die man da sieht, passen von der Stimme her als die Person selber. Das ist ja schon, das ist ja faszinierend.

Florian Gypser: Ich liebe Dead Left Bierstadt, Stimme von George Clooney. Joana und ich, haben einige, wir hören gerne Hörbücher auf unseren langen Autofahrten, haben uns irgendwie so auf Epoche 13. bis 16. Jahrhundert, England, Frankreich, diese ganzen historischen Romane, ich weiß nicht, wie oft ihr schon die ganzen Königsgeschichten von verschiedenen Autoren gehört habt, finden wir total spannend.

Jens-Henning Gläsker: Ja, sehr gut.

Florian Gypser: Vielleicht kommt auch da so bisschen meine Frankreich-Liebe her oder die Affinität. Und da gibt's sehr viele, die Detlef Bierstadt gesprochen hat. Und mittlerweile suchen wir, weil wir schon alles so kennen, was so Rang und Nahr hat, suchen wir einfach nur nach Hörbüchern, die er gesprochen hat. Und das Thema ist dann ja irgendwann eine spannende Geschichte, aber Hauptsache er spricht's, ne?

Jens-Henning Gläsker: Ja?

Jens-Henning Gläsker: Ja, ich meine, es ist natürlich auch so. Es gibt so unverwechselbare Stimmen, die nun wirklich auch auf irgendeine subtile Art menschliche Gefühle ansprechen. Das ist faszinierend. Also das ist ja auch, das ist ja wie ein Instrument. Das ist eine Kunst, das so zu können und das so zu machen. noch ist die KI nicht so weit, aber es dauert nicht mehr lange. Also...

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Da wird's... genau.

Florian Gypser: Zumal die Stimme auch geklont werden. Hans Clarine ist das beste Beispiel. Da scheideten sich die Geister ja auch. Der war ja Stimme von Pumuckl. Interessanterweise hab ich gelesen, Pumuckl wurde unter anderem deswegen auch nicht weitergeführt damals, weil er sich geweigert hat, weiter zu sprechen, weil er nicht mehr konnte, weil seine Stimme ruiniert hat.

Jens-Henning Gläsker: Genau, weil es zu anstrengend war. Genau, das habe ich auch gehört.

Florian Gypser: Genau, dann gab es diese Neuverfilmung von Pumuckl, da haben sie einen deutschen jungen Schauspieler, also als Synchronsprecher genommen, der ihn gesprochen hat, von der Performance nah dran, aber nicht mit der Stimme, aber er hat die Performance geliefert, und haben sie per KI und Erlaubnis der Erben von Hans Clarin, haben sie dann quasi sein Stimmmodell draufgelegt, dass es nach Hans Clarin klingt.

Jens-Henning Gläsker: Der Erben?

Jens-Henning Gläsker: Ja krass. Ja das geht alles mittlerweile. ist ja auch faszinierend. Ja aber ich. Ja es wird es wird irgendwie so kommen. Also wenn ich jetzt wenn ich jetzt mal so überlege mit meinem Märchen Podcast das spreche ich alles noch selber ein. Aber ja ansonsten. Ja natürlich das mache ich ja gerne. Das mache ich ja gerne. das ist also wenn. Ja klar.

Florian Gypser: Na gucken, wo hinführt.

Florian Gypser: Ja, aber ist ja auch deine Leidenschaft oder nicht? Ist ja nicht dein Haupterwerb. Ansonsten.

Jens-Henning Gläsker: Aber es könnte ja auch meine Leidenschaft sein mit KI rumzuspielen. Geht ja auch.

Florian Gypser: Stimmt auch. Wär' nicht so schön, definitiv. Du hast eben was gesagt, weil so ein bisschen über Video können wir ja schon sprechen. Wobei sie nicht erzwingen müssen. Heute ist ja der Vogelfrei-Podcast quasi. Ich hoffe mal, alle, die zuhören, gerade finden's trotzdem spannend. Also wir könnten, gesagt, wenn wir schon reingehen würden in Anekdöten, wir erlebt haben, da sind wir morgen noch dran. Aber du hast eben was Schönes erwähnt, und zwar, dass immer mehr deiner Schülerinnen und Schüler sagen, ich hab eigentlich keinen Bock, in einer Band zu spielen und live. Glaubst das hat auch

Jens-Henning Gläsker: Ja bitte.

Florian Gypser: ein bisschen damit zu tun, weil was mir auffällt, wenn ich mal auf YouTube unterwegs bin, es gibt unfassbar viele gute Musiker. Ich erinnere mich noch an einen gemeinsamen, äh, bekannten Freund von uns, mein ehemaliger Mitarbeiter, Jan, äh, auch ein guter Musiker, Bassist, der meinte irgendwann zu mir, Florian, ich, ich, bin kurz davor aufzuhören, Bass zu spielen, weil ich hab jetzt, wenn du guckst, wie viele unfassbar gute, unbekannte Bassisten... Da denk ich mir immer, ich bin ja gar nix. Das suggeriert der YouTube teilweise auch, weil es so wahnsinnig gute Leute gibt, die vorher kein Mensch gesehen hätte, weil sie zu introvertiert sind oder nicht in der Band spielen wollten und konnten. Glaubst du, Entwicklung bei dir der Musikschule kommt daher, dass da durch YouTube eine Art Vorbild geschaffen wurde, dass die Kids sagen, ich möchte gar nicht in die Band gehen, ich möchte ... gut spielen können, mich dann aufnehmen und bei YouTube präsentieren. Weil es gibt immer mehr davon, die teilweise ihre eigene Musik so präsentieren, teilweise gibt's welche, die machen zum hundertsten Mal das Gleiche, also irgendwelche Soli von bekannten Liedern nachspielen oder Playalongs und dann Show dazu machen. Ich hab das Gefühl, es wird immer mehr. Das find ich gut, weil es für junge Musiker wieder eine Chance ist, Sichtbarkeit zu erzeugen und natürlich auch mal Geld zu verdienen. Es immer mehr, die sich als Einzelkünstler oder als Band auf YouTube präsentieren.

Jens-Henning Gläsker: No.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: und darüber halt eine Bekanntheit erreichen. Glaubst du, das hat bei deinen Schülerinnen und Schülern schon einen Einfluss?

Jens-Henning Gläsker: Ja, ich denke schon. ja, ich glaube, es ist immer so, dass das von dem Medium bestimmt wird, dass eben, ich sag mal, dass das Kernmedium der, der des Rezipienten sozusagen ist. wenn ich zurückgucke in den 80er Jahren ganz früh, als ich auch noch Kind war tatsächlich oder Jugendlicher, da war es so, dass man eben unbedingt mal eine Platte aufnehmen wollte und dann

Florian Gypser: Hm?

Jens-Henning Gläsker: Dann wollte man eine CD aufnehmen und Auftritte spielen. Klar, das waren so die Sichtbarkeitsmomente. Dann Spotify. Will ich meinen Song auch mal bei Spotify haben? Geht mittlerweile auch. Dann YouTube. Ich möchte gerne meinen Song bei YouTube haben. also ich glaube, im Grunde ist dieses dieser... Also hängt ja immer von dem Grundcharakter des Menschen ab, der da Musik machen möchte. Manche machen das, glaube ich, wirklich ganz für sich selber. Die das so machen, dass sie sagen, ich brauche das auch gar nicht aufnehmen oder sonst was. Ich setze mich da dran an mein Instrument und dann spiele ich und dann bin ich damit glücklich und zufrieden. Das funktioniert, glaube ich, in ganz vielen Fällen. Andersrum, was diese YouTube Videos angeht. Auch da sind wir wieder bei der Sache, es ist weder technisch noch von der Anwendbarkeit heute in irgendeiner Art Weise schwierig, YouTube Video zu produzieren. Und ich glaube, da gibt es auch ähnlich romantische Vorstellungen wie über den Job des Influencers, dass man einfach sagt, ich setze mich da hin und spiele auf meiner Gitarre da zwei, drei Töne und dann finden das alle toll und dann kriege ich ein Angebot von irgendeiner großen Gitarrenmarke, die mich da sponsern wollen oder irgendwas. Das ist eben, das ist ja auch schön, weil im Grunde

Florian Gypser: Mmh.

Jens-Henning Gläsker: hast du dadurch Vorbilder. Früher gab es Bands oder Musiker, wie wir eben auch hatten. Du hattest gesagt, ist Steve Lockerther. Ich habe gesagt, Jordan Lennon zum Beispiel oder Lilens. Klar. Das sind dann auch Menschen, bei denen man ja sieht, was die machen. Das bringt einen dann dazu, das bisschen nachzueifern oder zu sagen, das finde ich toll bei denen. Dann gehe ich in in diese Richtung vielleicht auch rein oder sonst was. gibt ja auch Negativbeispiele. Klar, man da sagt, ich würde jetzt nie Heavy Metal machen. Gibt ja auch Leute, die das sagen. Weil ich mag das nicht, weil. So. Okay. Aber ist ja Geschmack. also ich glaube, diese ganzen Sichtbarkeitssachen kommen eben daher, dass sich die Menschen jetzt einfach unterschiedliche Möglichkeiten erschaffen, sichtbar zu werden.

Florian Gypser: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Wenn es eben nach wie vor kein YouTube gäbe oder keine, Spotify, dann würden, glaube ich, viel mehr junge Menschen auch noch in der Straße irgendwo sitzen und Straßenmusik machen, wie es in den 90er Jahren zum Beispiel war. Und dann darüber versuchen, eben etwas bekannter zu werden oder vielleicht mal eine CD oder so was oder eine Kassette zu verkaufen, so was. Und heutzutage brauchst du ja aber dafür nicht mehr aus dem Haus gehen. Das ist eigentlich schade, weil das ja.

Florian Gypser: Hm.

Florian Gypser: Ja. Total.

Jens-Henning Gläsker: Also so nervig wie manche Straßenmusikerinnen und Musiker vielleicht früher mal waren. Aber es hat ja schon irgendwie was gemacht mit der Stadt und das war schon schön. Und dass das jetzt eben das nicht mehr so sein muss oder so es ist. Da bin ich glaube ich ein bisschen romantisch und auch schon alt. Wenn ich das jetzt so sage, dass das damals ja so schön war. Früher war das ja schön. Ja früher war auch viel war auch viel Scheiße. ja.

Florian Gypser: Ja, aber es war auch, guck mal, wenn ich... Aber vor allen Dingen war früher mehr Lametta. Also muss man auch sagen. Was mir da einfällt zum... Früher war mehr Lametta. Wenn ich mich so erinnere, vielleicht sicherlich auch bisschen romantisch verklärt, aber ich hab letztens noch mit jemandem darüber gesprochen, der ähnliche Generation ist. Ich weiß noch, die... Ab der 11. Klasse ist mir das bewusst geworden, die letzten sechs Wochen vor dem Sommer fehlen.

Jens-Henning Gläsker: Ja, das stimmt. Lametta habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.

Florian Gypser: hat's bei uns irgendwie regelmäßig, gab's ein paar so Schützenhalle, Sportverein und so, jedes Wochenende Partys gegeben. Das waren meistens 18. Geburtstag von ein paar Leuten, zusammengetan haben. Oder Geld zu verdienen für die Klassenfahrt oder für Abi-Feier. Da gab's relativ viel. Ich bin in der Stadt auf die Schule gegangen, der Kleinstadt, aber außenrum auf dem Land solche Partys. Und da gab's kein DJ. Also, DJs gab's schon, aber das hat in Clubs stattgefunden, in Großraumdiskotheken.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ja.

Florian Gypser: Da gab's später am Ende, bis morgens zwei, wenn's zu lang sein durfte wegen der Location, gab's noch einen DJ. Aber das Happening waren immer mindestens zwei Bands. Da gab's eine Handvoll, fünf, sechs Bands lokal in der Gegend. Meine Band gehörte damals auch dazu. Und das war einfach normal, dass sich Jugendliche damals so ab 16 da getroffen haben. Natürlich Party machen, einen trinken. Das war auch die Grunge-Zeit, Alternative Rock. Da war auch handgemachte Musik. Das andere Extrem war Techno und House, das fand in den Clubs statt. Ich hab was sagen will, da war das einfach normale Kultur, dass man auch unter Teenagern und Twents Musik gemacht hat. Und die ist ziemlich ... Ich hab mal geguckt, ob es überhaupt noch Locations gibt. Das hab ich gelesen, war in vielen Städten der Killer auch für diese musikalische Szene, dass die Locations zugemacht wurden. Beziehungsweise Kneipen keine Bands mehr haben spielen lassen wegen immer mehr Beschwerden von Anwohnern.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Florian Gypser: bis hin zu Jugendzentren, zugemacht haben und und und. dass in den Städten und sogar nicht mehr die Möglichkeit so sind wie früher. Es sei denn jetzt professionelle Live-Clubs, finde ich es in Köln und Berlin ohne Ende. Aber dieses kleine, wo da als Band mal so spielen, das ist halt eine andere kulturelle Entwicklung jetzt.

Jens-Henning Gläsker: Ja, natürlich. Genau, wo ich am Anfang sagte, diese Kellerkonzerte, sowas auch. Oder eben, wie du auch sagtest, in der Schützenhalle oder sonst was. Aber das zieht sich auch durch. Ich meine, ich habe früher sehr viel auch auf Hochzeiten gespielt. Also eigentlich jedes Wochenende ein oder zwei Hochzeiten. Und da war es eigentlich so, dass du, wenn du eine normale Hochzeit gefeiert hast, also mit normalem Budget, hast du eine Band gehabt, die da gespielt hat. Heute...

Florian Gypser: Genau.

Jens-Henning Gläsker: ist, ich würde sagen, mindestens 80 Prozent der Hochzeitsfeiern finden mit DJ statt und nicht mehr mit Band.

Florian Gypser: Der Rest ist ja schon so teuer. Der ganze Shishi außen rum. Mein Bruder, ordentliche fünfstellige Summe. Ja, also Wahnsinn.

Jens-Henning Gläsker: Ja, also... Naja, du, was man alles braucht heutzutage. Ja, ich meine, ich hab gut reden, ich vermiet ja Fotoboxen. Also insofern hat früher keiner gehabt, hat auch früher keiner gebraucht. Aber ist egal, ist jetzt so, gehört jetzt dazu. Genauso Papeterie, also Einladungskarten oder sonst was. Unsere Hochzeitseinladungskarte vor 27 Jahren war, ich glaube, die hab ich selber ausgedrungen. Und dann war da ein Bild drauf. Und da war ich ganz stolz, dass ich einen Farbdrucker hatte. Und dann haben wir die geknickt und eingetütet und dann kamen trotzdem Gäste. Obwohl die nicht quasi schön designt waren. Aber sie waren. Nee, ja.

Florian Gypser: Es war ja auch kein Wettbewerb damals. Ich hab's von meinem Bruder mitbekommen, er hat immer gesagt, ist nicht so, aber so unterschwellig hab ich immer mitbekommen, so nicht Vergleich, aber die haben das so gemacht, wo ich dachte, hm Ich hab auch andere Hochzeiten von jungen Leuten miterlebt. Wo ich immer das Gefühl hatte, es ist kein bewusster Wettbewerb, aber unbewusst schon, weil die anderen haben ja auch so gemacht. Musik hat nie mit Band stattgefunden, nie. Genau. Und es war immer nur DJ. Ich hab keine Hochzeit ...

Jens-Henning Gläsker: Ja, also das setzt einen gewissen Druck. Ja, das stimmt schon.

Florian Gypser: Ich war noch nie auf einer Hochzeit. bin jetzt nicht letzten 20 Jahre, weil ich vielleicht fünfmal auf einer Hochzeit war. war noch nie auf einer Hochzeit mit einer Band.

Jens-Henning Gläsker: Ich schon, aber meist auch beruflich.

Florian Gypser: Das fällt mir gerade ein. Also in 80ern, 90ern als Kind. Ja, aber es ist Wahnsinn. Hat sich echt viel verändert. man echt sagen. Auf der einen Seite ist es gut, dass es YouTube und so was gibt, damit Musiker und Kinder, die Musik machen, wieder eine Möglichkeit haben. Auf der anderen Seite, es verändert sich halt alles. Ich kann's auch nachvollziehen, wenn jemand sagt, ich möchte Musik machen, ohne auf die Bühne zu gehen. Ich hatte früher den großen Drang auch nicht, aber du hast eine Band gespielt, auf der Bühne zu sein.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Ey, wenn mir jetzt heute einer erzählen würde, warum steigst du Ich hab mittlerweile ja ... 25, 26 Gitarren und Bässe. Ist ja meine neue Leidenschaft. Wobei ich da auch nur gebrauchte kaufe und nicht so das High-End zeug logischerweise, seh ich nicht ein. Ist ja dann doch nur totes Holz. ich mag ... Du kennst meine Gitarren ja, teilweise auch schräge. So Sparkle, Metallic und so. Ich mag das anzusehen manchmal. Und ich spiel auch. Hab mir so paar Jugendträume erfüllt endlich mal.

Jens-Henning Gläsker: Ich sag nix.

Florian Gypser: Das ist echt so wie dieses Sprichwort. Wenn du jung bist, hast du Zeit, aber kein Geld. Wenn älter bist, hast du Geld, aber keine Zeit. Ja, wie erzähl ich das? Aber ich hab da Freude dran. Ich bin schon oft gefragt, warum spielst du nicht in einer Band? Um Gottes willen, ey, oh ... Allein du kennst ja auch diese Diskussionen, die immer entstehen, weil ... Wenn's nicht eine professionelle Band ist, man sagen, wir haben ein wirtschaftliches Ziel, weil letzten Endes berühmt sein ist kein ...

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Florian Gypser: Das ist ja auch nicht bei allen in der Band. sind viele auseinandergegangen? Viele sprechen ja gar nicht drüber. ist wie in der Beziehung. Ich hab Bands kennengelernt, die haben gesagt, wir haben uns zusammengetan. Nicht weil wir die Buddies aus der Kindheit sind, sondern wir haben ein Ziel. Wir möchten Musik unser Geld verdienen, es gibt ein wirtschaftliches Ziel. Wir haben den Rahmen geschaffen, unseren Musikstil. Wir haben die Rollen klar verteilt. Das ist für uns eine Arbeit und keine reine Selbstverwirklichung. Das wäre was anderes, weil es eine Sinnhaftigkeit hat. Aber eine Hobbyband hat für mich keine Sinnhaftigkeit, weil ...

Jens-Henning Gläsker: Mmh.

Florian Gypser: Du hast monatelangen Stress, muss dich mit Leuten auseinandersetzen, mit denen vielleicht, das sage ich aus Erfahrung mit Bands, ich habe mit vielen Bands gearbeitet, die das nebenberuflich gemacht haben, auch welche, die gut Geld aus Coverbands verdient haben, aber fast nie war es so, dass alle an einem Strang gezogen haben. Und deshalb gab es immer Befindlichkeiten, weil du mit Leuten zusammen etwas intensiv machst, mit denen du dich privat vielleicht sonst nicht treffen würdest. Muss nicht immer so sein, aber das ist halt häufig der Fall. Und dann dafür, dass du alle paar Monate einmal für zwei schon auf der Bühne stehst, boah, nee, hätt ich gar keinen Bock.

Jens-Henning Gläsker: Ja, ich möchte gerade noch mal auf dieses zurück, was wir eben hatten, nämlich dieses. Das hat mich noch ein bisschen beschäftigt. Dieses mit dem, dass du fragtest, ob denn nicht dann durch YouTube Leute da sozusagen auch ein bisschen, wie soll man sagen, desillusioniert sind, weil du das ja mit Jan vorhin erwähnt hattest. Ja, ja, aber aber vielleicht auch. Boah, so gut werde ich ja nie so was. Und ja, ja, also ich glaube.

Florian Gypser: Ich stehe motiviert eher, dass sie was machen wollen, aber halt nicht mehr auf der Bühne.

Florian Gypser: Ach, das meinst du, okay.

Jens-Henning Gläsker: Ein ganz wichtiger Aspekt beim Musikmachen ist ja, dieses Einschränkungen setzt Kreativität frei. Das heißt, indem ich meine Ressourcen verschmäle, bin ich in der Lage, dem, was ich dann noch zur Verfügung habe, besser umzugehen, weil ich nicht so viel entscheiden muss, was ich jetzt anwende. In dem Moment, wo ich YouTube auch zum Beispiel zum Lernen nehme für Instrumente, kann ich ja als Laie im Grunde gar nicht unterscheiden, was ist jetzt eigentlich für mich geeignet. Weil manche Sachen sind vielleicht viel zu hoch, manche sind viel zu einfach. Wie kriege ich das alles sortiert? Das ist immer ein großes Problem auch. Ich habe auch viele Schüler, die dann kommen und sagen, wir wissen gar nicht, wie wir da jetzt oder ich weiß gar nicht, wie ich da rangehen soll. Ich habe das da und damit versucht, aber da habe ich das nicht verstanden.

Florian Gypser: Mmh.

Jens-Henning Gläsker: kannst du auch nicht verstehen, da fehlen dir drei Stufen darunter erstmal noch. Und wenn du die hast, dann kannst du das verstehen. Aber diese Sachen zum Beispiel dann auch erstmal kennenzulernen und dann von sich selber überhaupt erstmal zu erfahren, dass es da zwar einen riesigen Vorrat an irgendwas gibt bei YouTube, aber nicht alles für mich geeignet ist. Das ist zum Beispiel auch ein wichtiger Lernprozess.

Florian Gypser: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Da glaube ich auch, dass das zum Beispiel auch Aufgabe von Lehrern oder auch von Beratern oder sonst was ist, eben das rauszufinden, was für diese Person in diesem Moment gerade genau passt. dafür braucht man einerseits viel Erfahrung, dafür muss man aber auch sich trotzdem weiter informieren über das, was neu dazu kommt. im besten Fall bist du ja nicht jemand, der irgend wem anderen da was rein prügelt und was beibringt, sondern du zeigst Möglichkeiten. Aus diesen Möglichkeiten, aus dem Vorrat, den du da anbietest, wählt sich dann dein Gegenüber das aus, was für sie oder ihn gerade in dem Moment das passende scheint. Dadurch entwickelt sich sowohl was bei demjenigen, der deine Leistung anfragt, als auch bei dem, der die Leistung erbringt. Weil du natürlich jedes Mal wieder eine andere Nuance von irgendwelchen

Florian Gypser: Hm.

Florian Gypser: Mmh.

Jens-Henning Gläsker: Kommunikationswegen oder sowas kennenlernst. das ist, finde ich zum Beispiel ganz spannend. Jetzt komme ich gerade mal wieder schnell auf das Thema Video, weil ich finde, dass das bei Videos deutlich intensiver noch funktioniert, weil man noch fokussierter ist auf diesen einen Bereich, als wenn man in Präsenz was macht. Also ich finde, dass beim... lange Zeit hatte ich, wie soll ich sagen, Zweifel, ob Online-Unterricht zum Beispiel funktioniert für Musikinstrumenten.

Florian Gypser: Hm?

Jens-Henning Gläsker: Ich habe aber den Eindruck, dadurch, dass man reduziert ist, also zum Beispiel wenn von Schülerseite die Tonqualität nicht so gut ist, weil der eben einfach nicht so gutes Equipment hat und nimmt nur übers Laptop auf oder sonst was. Oder die Kamera ist nicht so gut oder irgendwas. Dann sorgt das bei beiden Seiten dafür, dass man sich viel mehr auf das fokussieren muss, was der da tatsächlich macht. Dadurch Ich beide Seiten viel detaillierter an Sachen rangehen kann, als wenn ich das in Präsenz machen würde, weil da viel mehr Ablenkungsfaktoren da sind. Das finde ich total spannend, weil ich bisher dachte, wäre eher ein Präsenzding. Dass man das in Präsenz besser machen kann. Aber ich stelle immer mehr fest, dass wenn eine gewisse Distanz dazwischen ist, die aber trotzdem den Fokus behält, funktioniert das ganz hervorragend. Und das ist zum Beispiel auch was ...

Florian Gypser: Es sind mit Video-Calls. Das fällt mir gerade ein, weil das haben mir wirklich schon viele Kunden gesagt. So Beratungsgespräch und so, dass sie festgestellt haben, dass sie lieber eine halbe Stunde einen Video-Call in einem Team machen, auch wenn alle im Gebäude sitzen, als sich in einen Konferenzraum zu setzen. Weil da wird es eher zu einem Gelaber, wo es dann dauert und und und. eine halbe Stunde einen Video-Call, das ist ja auch ein Termin, der klar am Kalender ist, ist nicht bei allen sauber. Bei vielen Leuten etwas, was viel effizienter funktioniert.

Jens-Henning Gläsker: hat, glaube ich, auch was mit der Persönlichkeit zu tun. ich glaube auch einfach durch dieses neue Medium jetzt Videokommunikation ist es eben so, dass man da auch sich anders drauf fokussiert als jetzt in einem beiläufigen oder vermeintlich beiläufigen Gespräch mal gerade so. Also deswegen denke ich schon, da, dass da schon viel mehr zusammen hängt. Aber spannend.

Florian Gypser: und gerade die Reduktion.

Florian Gypser: Hm.

Florian Gypser: Aber es ist spannend, was du gesagt hast. Das triggert bei mir gerade eine Erfahrung, eine Erinnerung, das Thema Reduktion und setzt Kreativität frei. Ich kann mich noch an mein Studium erinnern. Das war ja sehr praxisorientiert auch. Und wir durften erst, nachdem wir gewisse Prüfungen gemacht haben, auf die nächste Stufe von Equipment. Also ganz am Anfang war nur ein Computer, ich meine, das war 1998, war wirklich noch alles neu. So ein ganz kleines, rudimentäres digitales Mischpult, was nichts konnte. So, und an die tollen heißen Sachen, den heißen Scheiß durften wir erst nach einem halben Jahr, in wir gewisse Prüfungen hatten. Was dazu auch führte, dass wir die Geräte richtig bedient haben. Aber einer meiner Dozenten, sagte damals, das fand ich sehr gut, er sagte, wenn du auf diesem Kackding da schaffst, halbwegs was Vernünftiges hinzukriegen, dann beherrschst du die Methode. Und dann ist die Technik danach irgendwann völlig egal. Und das ist etwas, was ich auch ... relativ schnell verstanden habe, was mir immer wichtig war. ist eigentlich Beihwerk, die Skills sind die wichtigsten Sachen. Und mein damaliger Mentor, der Uli, einer meiner Dozenten, dem ich auch danach noch zusammengearbeitet habe, der sagte auch immer, ist scheiße, diese ganze, völlig egal, wenn du das kannst, dann kannst du es auf einem billigen oder einem guten Gerät, aber wenn du es auf einem billigen lernst, ist es wie, alle großen Gitarristen haben mit irgendwelchen billigen Schrottgitarren angefangen, wo sie richtig arbeiten mussten. Alle Musiker eigentlich. Und was hab ich erlebt über Jahre in meinen Workshops? sind Leute, halt der Klassiker waren, die haben als Teenager Gitarre, Bass, Schlagzeug gespielt, Keyboard. Kinder sind groß, Firma läuft, Karriere läuft. sind meistens Mitte, 40, Anfang 50. Das ist völlig wertfrei, eine Erfahrung. Sie wollen jetzt mal wieder Musik machen. Sie haben Geld, also kaufen Sie sich von allem Möglichstes Beste. Also jetzt nicht absolut Highend, aber gehobene Mittel bis Oberklasse. Hab auch viele Erschulungen dann in solchen ... gemacht und solche Studios, Tonstudios auch eingerichtet. Und da ist nämlich genau das passiert, was du eben beschrieben hast, in der anderen Richtung Überforderung von zu vielen Möglichkeiten, sehr hohes Qualitätsniveau, trotzdem halt auch wenig Zeit. Und das fand ich immer so pervers, dass die Industrie, das haben die eine Zeit lang sehr aggressiv gemacht, weil natürlich die Profis und Usern sind den Herstellern von Equipment immer mehr flöten gegangen und zwar immer mehr der Beatle Seiko. Und sie haben lange Zeit sehr stark geworben damit

Florian Gypser: Kauft das und dann kannst du das. Also nicht direkt, aber unterbewusst. Also diese gekaufte Kompetenz.

Jens-Henning Gläsker: Genau, das Equipment sorgt dafür, dass das von selber funktioniert. Genau.

Florian Gypser: Ja genau und die viele Reduktionen hat aber dafür gesorgt, dass sie völlig überfordert waren mit der Menge an Tools. Genau.

Jens-Henning Gläsker: zu einer Schockstarre oder Frustration einfach weil die Anwendbarkeit nicht da ist und ja dann dann also es gibt nichts schlimmeres als frustriert an einem Instrument zu sitzen finde ich das ist ja oder überhaupt frustriert genau sitzt wer hatte noch nicht das Problem und sitzt vor einem Drucker und er druckt nicht so und dann sitzt er davor und denkst doch nur also du balz noch nicht mal die Faust in der Tasche

Florian Gypser: Oder überhaupt an Technik oder so, ne? Guck mal, ich hab... Genau.

Florian Gypser: Genau, das wird anderes.

Jens-Henning Gläsker: Aber das wäre dann eben auch noch wieder so ein Moment, auf die Anfangsfrage zurückzukommen, wo ich mir dann die Weisheit wünschen würde zu wissen, okay, das Ding funktioniert einfach nicht. Ich muss das austauschen.

Florian Gypser: Genau.

Jens-Henning Gläsker: Ne, ich bin's nicht. Das Ding ist einfach nicht so funktional. Ja.

Florian Gypser: Ja, definitiv. Mensch, jetzt haben wir eine Stunde 36, mein längster Podcast. Ach nein, ich schnall gar nicht, so bleibt alles schön, es ist. Wer bis hierhin durchgehört hat, der kriegt ein Sternchen ins Hausaufgabenheft. So eine Sonne für besonders zähes Durchhalten.

Jens-Henning Gläsker: Das tut mir leid. musste kräftig schneiden.

Jens-Henning Gläsker: Ja von mir aber auch, aber echt, das ist eine Leistung. Glückwunsch.

Florian Gypser: Ja, du mein Lieber, es war mir eine große Freude. Eine Sache ist mir noch eingefallen. Sache. Wir haben eben drüber gesprochen, lieber im stillen Kämmerlein spielen. mache das, wenn ich spiele, ab und an auch. Ich habe einen einzigen Herzenswunsch noch. Also das ist wirklich ... seit meinem 40. Geburtstag wächst und wächst das. Ähm ... Ich muss noch gucken, was meine Frau davon hält. Bei leichten Andeutungen dazu war sie nicht so begeistert. Aber wenn ich sage, das ist mein allergrößter Wunsch überhaupt.

Jens-Henning Gläsker: Ja!

Florian Gypser: Also ich möchte meinen 50. möchte ich feiern, vernünftig. Also was vernünftig, aber man weiß ja, unsere Geburtstagspartys sind so schon immer relativ groß. Möchte ich am 50. auch. Eine gute Freundin von uns, die hat auch eine Location. Eine sehr schöne, wo man das machen kann. das ist auch schon gesetzt. Und mein ganz großer Wunsch, dass jetzt kommt, ich möchte zumindest mit den Musikern, mit denen ich noch Kontakt habe aus alten Zeiten, viele sind es nicht mehr, aber die wichtigsten auf jeden Fall, da gehörst du auch dazu. Möchte ich auf meiner Geburtstagsparty eine Handvoll Songs gemeinsam spielen? Und zwar so meine Lieblingssongs. Oder sagen wir so, die, machbar sind ohne Proben. Du weißt ja, der alte Spruch der Jazzmusiker, wer probt, fällt den Mitmusikern in den Rücken. Das wäre mir echt nur ein Herzenswunsch. Muss nicht perfekt sein, aber einfach, sagt, wir legen ein Songs fest, was jeder spielt, und man trifft sich einfach nur zum Soundcheck und dann an dem Abend. Und wenn es nur drei oder vier sind.

Jens-Henning Gläsker: Haha!

Jens-Henning Gläsker: Wie lange hast du noch mal bis zu 50?

Florian Gypser: bin jetzt gerade 48 geworden. Also hast du noch zwei Jahre Vorbereitung. Vielleicht kannst du ja bis dahin Schlagzeug spielen.

Jens-Henning Gläsker: Okay, dann kann ich ja noch üben. Was in 50 Jahren nicht funktioniert hat, weiß ich auch nicht.

Florian Gypser: Ach Gott, es war immer mehr als gut genug, mein Lieber. Du kannst ja zumindest wählen, wo du eigentlich für Schlagzeug gesetzt Bass müsste Jan machen.

Jens-Henning Gläsker: Fände ich gut. Also ich spiele ja gern Schlagzeug. Hast du eins da? Oder muss ich eins mitbringen?

Florian Gypser: Ja, ne? Also ... Das weiß ich noch nicht, weil ich auch noch die verrückte Idee hab. Davon weiß meine Frau auch noch nix. Ich hab ja jahrelang ne Band produziert bei uns aus der Gegend. Nö, ne, zum Glück nicht. Ich hab ja im Studium ne Band kennengelernt aus der Gegend, mit der ich auch lange sehr gut befreundet war, immer noch so bisschen Kontakt habe. Blue hießen die damals, die haben so Jazz-Hip-Hop gemacht. Da hab ich, sag mal, so meine größten ...

Jens-Henning Gläsker: Die guckt deinen Podcast nicht, oder? Ja, Ihr dann erzähl.

Florian Gypser: Referenzen mit gehabt. auf großen Festivals haben die gespielt, die hab ich produziert und live gemischt. Sehr viele tolle Erfahrungen gemacht dadurch. Und witzigerweise, vor drei Jahren hat ein alter Freund und Weggefährte von ihnen, der bisschen älter ist, hat seinen 50. Geburtstag gefeiert und seine Frau hat heimlich, und leise die ganzen Bandjungs nochmal angefragt, die seit 15 Jahren nicht mehr zusammen gespielt haben, könnt ihr vielleicht für den einen Abend nochmal ... Dann haben die sich aus ganz Deutschland, die meisten wurden verteilt, zusammengefunden im Heimatort, haben ein oder zweimal geprobt, haben mich angerufen, kannst du uns noch mal live mischen? Dann haben wir das gemacht, das war echt Gänsehaut. War großartig, ich sogar Live-Aufnahmen davon. Und die bekloppte Idee, die ich auch habe, ist, die zu fragen, ob die nicht Bock hätten, so zwei Nummern auch an dem Abend zu spielen. der Schlagzeuger hat ein E-Drumset, ein ziemlich gutes, wie ich bei Facebook-Videos immer wieder sehe.

Jens-Henning Gläsker: Hmm.

Florian Gypser: Wäre eine Möglichkeit was Lautstärke betrifft, weil die Location akustisch nicht so dolle ist, ansonsten hat der auch ein akustisches.

Jens-Henning Gläsker: Sonst bringe ich ein Choronzett mit. Klingt zwar bei deiner Musik vielleicht ein bisschen, ja okay, ist dann, naja gut, es wäre dann eben eine sehr eigene Version.

Florian Gypser: Genau. Und dann bei Rage Against the Machine.

Florian Gypser: Ja, mal gucken. Rage Against Machine ist dann so die ökologische Soft Diversion mit Kachornen-Akustikgitarren und geflüstert.

Jens-Henning Gläsker: Es gibt ein sehr schönes Lied, das heißt, bin Schauter in einer Metalband oder so ähnlich. Ganz, ganz großartig. Es ist so schön. Ich weiß wieder, ich kenne mich so, ich kenne so schlecht Damen. Das ist leider mein, mein, ach, das wäre vielleicht noch eine Superkraft. Namen mit N vorne, wie Nordpol. Und also das wäre vielleicht auch noch eine Superkraft, ich gern hätte, nämlich mir besser Namen zu merken. Aber naja, mit dir macht es immer Spaß, Ingo.

Florian Gypser: Genau.

Florian Gypser: Achso.

Florian Gypser: Damen oder Namen? Hehehehe, ja.

Florian Gypser: ja, das kenn ich. Obwohl, den Namen kenn ich. Genau, Frank, war schön mit dir. Namen kann ich mir merken. Wirklich, ich hab immer noch ganz viele Namen im Kopf von Seminarteilnehmern. In Anfangsjahren hab ich ja selber die Seminarverwaltung noch gemacht. Und auch Gesichter, sehe dann Leute, früher auf der Musikmesse war das immer schlimm, gebe die Musikmessen andauernd, die kannten mich von Seminaren oder auch von homerecording.de, Plattform.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Hm.

Jens-Henning Gläsker: Mmh.

Florian Gypser: Aber meinst ich hab Namen und Gesicht zusammenbekommen? da eine gewissen Menge, ich kenn einen Namen und ich seh auch Gesichter, aber ... Du bist doch der Torben Mayer? Nein, ich bin der Thorsten Müller. Ach ja, stimmt.

Jens-Henning Gläsker: Ja, okay, ja versteh ich. Jaja, ja.

Jens-Henning Gläsker: Ja, okay. Also Gesichter kann ich ganz gut erkennen, das geht, aber wie gesagt, so einen Namen, ist... Und wenn es dann eben so ist, dass ich mich an einen Namen erinnern soll, fällt mir auch echt schwer. ja.

Florian Gypser: Ich hab mal gehört, dass...

Florian Gypser: Ich hab mal von jemandem gehört

Florian Gypser: Ja, das kenn ich. Ich fand mal was, was mich echt bisschen persönlich getroffen hat. Ein Kommunikationstrainer, sagte bei dem Seminar, ähm, wer sich den Namen seiner Gegüübergen nicht merken kann, hat kein Interesse an der Person. Ich find, das stimmt nicht. Weil, äh, da sind sehr viele Personen da, wo ich genau weiß, die konnte ich total gut leiden und denen hatte ich Interesse. Das ist einfach eine persönliche Schwäche. Vielleicht auch bei der Menge an Namen, ich mir durch Seminare merken musste.

Jens-Henning Gläsker: Oder es ist eben so, dass während ich mit jemandem zu tun habe, vergiss ich den Namen nicht. Aber wenn dann sozusagen das Gespräch auf jemanden kommt, dann kann es schon sein, dass ich sage, Mensch, fängt mir nicht an, der Name. so dieses, da habe ich die Situation noch, aber den Namen nicht mehr. Ja, man weiß es nicht. Ja. So Ralf, bist du durchwörtet?

Florian Gypser: Ja, kann ich gut nachvollziehen, Herr Erbert. Ja, Josef. Ah Gott, oh Gott. Mensch. Mein Lieber, das war großartig. Wie gesagt, für alle, die durchgehalten haben, gibt's ein Sternchen ins Fleißchenheftchen. Ich hatte schon mal eine Folge, die ähnlich ... Fleißchenheftchen. Ja, das könnte aus Warschau kommen. Joana ist ja geboren und Warschauerin, sagte, im Polnischen ist das Warschauer.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: Ins Fleißchenheft ist auch sehr schön.

Florian Gypser: Der Warschauer-Slang nochmal besonders, weil die Warschauer alles verniedlichen. Also da holst du dir nicht einen Teller mit Butter für dein Brot, sondern du holst dir ein Tellerchen mit Bütterchenleinchen, also doppel verniedlicht, für dein Brötchenleinchen. Das süß, Also ich mein...

Jens-Henning Gläsker: auch wie schön aber wahrscheinlich dann sonnteller also große menge

Florian Gypser: Ja, sonst haben sie ja dauerhaft Angst, dass du verhungerst. Also, die wichtigste Disziplin ... Ach so. Mein Schwiegersohn ins B war mit unserer Tochter nach Weihnachten in Warschau. Und dann kam er zurück und meinte, er wäre völlig fasziniert und so. Dann meinte ich, mehr Polnisch kannst du nicht. Ich nee, leider nicht so paar Brocken. Aber ich hab ja eure Fotos gesehen. Das Wichtigste kannst du, und das ist polnisch, essen.

Jens-Henning Gläsker: Ich habe gerade meine Kamera aktiviert. Entschuldigung. Vielleicht ist jetzt wieder weg.

Florian Gypser: Wir haben jeden Tag viermal gegessen. Unfassbar. Aber ich kenn das von mir selber. Wenn wir da sind, Familie besuchen, du sagst, haben gefrühstückt, wir waren zum Mittagessen bei Tante so und so eingeladen, wir kommen echt nur auf den Tee vorbei. Ja, Berge. Du hast doch bestimmt Hunger.

Jens-Henning Gläsker: Ja.

Jens-Henning Gläsker: einen Tee und einen Wodka gibt's dann. Und noch kleine Häppchen.

Florian Gypser: Hier noch haben wir noch den Schinken und die Wurst und dann haben wir noch ein paar Brote und dann, weißt du, wir haben ja den Auflauf noch gemacht und da die Tomaten und dann haben wir hier auch noch die Gurken, ganz wichtig, und Mama hat auch noch Piedoggie gemacht und unfassbar.

Jens-Henning Gläsker: Ja krass.

Florian Gypser: Ja, jetzt sind wir auf ganz anderen Thema. So, jetzt Feierabend. Mein Lieber. Genau. Es war ein großes Kino mit dir. Kann man bestimmt noch mal wiederholen. an alle vielen Dank, dass du dabei warst. Schön, dass du zugehört hast, durchgehalten hast. Du kriegst jetzt wie gesagt, jeder kann mir sein Stempel-Heftchen schicken für ein Sonnenschein-Stempel. Und ja, ich freue mich über jeden Kommentar, auch zu dieser außergewöhnlichen Folge.

Jens-Henning Gläsker: Ja, genau. jetzt sind wir ein bisschen weg. Florian, es war eine Freude.

Jens-Henning Gläsker: Vielen Dank.

Florian Gypser: Außergewöhnlich, weil wir thematisch, glaube ich, Videokommunikation mal grob gestreift haben. Aber who cares, ist mein Podcast. Dann mache ich einfach, was ich will. Ich darf das mal. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal und eine schöne Restwoche noch. Tschüss.

Jens-Henning Gläsker: Du darfst das mal. Super.

Über diesen Podcast

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Florian Gypser, mit über 20 Jahren Erfahrung als Tonmeister, Fachdozent, Lehrbeauftragter und Coach in der Audio- und Videoproduktion, hat bereits Tausenden in Seminaren, Workshops und Coachings weitergeholfen und namhafte Unternehmen beraten. Mit mehr als 200 eigenen Tutorial-Videos und unzähligen Webinaren sowie Live-Workshops ist Florian ein Meister seines Fachs.

Gemeinsam mit seiner Frau Joanna führte er jahrelang ein Unternehmen, das auf Lern- und Trainingsvideos spezialisiert war und renommierte Kunden wie die Deutsche Telekom, Kaspersky, Vodafone und viele mehr betreut.

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